August:Tun

22 Uhr – ist es nicht viel dunkler als gestern? Sind die Mauersegler schon weg? Wieviel Brennholz ist noch für den Winter da? Wo wollen wir Weihnachten feiern?

Jedes Jahr im August kommt unweigerlich dieser Augenblick: „Der Sommer wird ein Ende haben!“ Reflexartig wenden sich meine Gedanken dem Winter zu, den Herbst überspringe ich geflissentlich.

Jedes Jahr im August kommt unweigerlich dieser Augenblick: in der Hochblüte von Wärme und Früchten übernimmt der Winter für ein paar Momente die Macht und mahnt seine Pflichten ein.

Jedes Jahr im Augst kommt unweigerlich dieser Moment: „Hej, alter Winter:Mann, Du bist noch lange nicht zuständig!“ Ich werfe mich mit Schwung in den Hoch:Sommer, erwarte den Spät:Sommer und freue mich auf die Herbststürme.

Vom Verlust

Wosinddieverlorengegangenen Tagewiederzufinden?

AufdemPlanetenderverlorenenTagetreffeichniemandenan.


Alles & alle

können verlustig gehen.

Autoschlüssel & Lebenssinn

Gesundheit & Zukunft

Freundschaft & Arbeitsplatz.

Töricht-menschlich zu glauben,

es gäbe einen Schutz vor Verlust

oder man wäre für den Verlust nicht erreichbar

Den letzten Verlust reißt für jeden der Tod.

Im Abhandenkommen fällt

ehemaliger Besitz

aus den Händen zu Boden.

Blank und verletzbar bis auf die Knochen.

Das „ohne…“ übernimmt das Sagen.

Nach dem Verlust

Es reicht zu atmen.

Es reicht zuzuhören.

Es reicht auszusprechen.

Es reicht auf Schönes zu sehen.

Es reicht den Wind zu fühlen.

Nach dem Verlust reicht es (noch) am Leben zu sein.

Der Ausweg

 Im Verlust versteckt sich LUST.

Die Lust beherbergt den Weg.

Zum Weitermachen, für einen Neuanfang,

zum Suchen und Aufräumen.

Zum Weiterleben. Zum guten Leben.

Zum Verzeihen und zum Friedenschließen.