Haushalts:ZEN 10 – die Marmeladen

Haushalts:ZEN

Im Keller türmen sich leckere, selbstgemachte Marmeladen. Es sind (mir) zuviele geworden.

Jedes Jahr gibt es wohlschmeckende frische Früchte. Erdbeeren, Kirschen, Mirabellen und Äpfel. Ich fühle mich in einer Ernte- und Einmach:Pflicht. Im Laufe der Jahre ist das Verhältnis von Ernte und Bedarf aus der Balance geraten. Dieses Jahr koche ich keine Gelees und Konfitüren ein. Ich lebe aus dem Vorrat heraus. Verbrauche das Vorhandene. Das schenkt eine überraschende Freiheit. Es ist genug für alle da. Im nächsten Jahr wird es gute Gründe geben, frisch einzumachen!

Fällt mir nicht leicht, die vertrauten Marmeladen:Wege zu verlassen.

vom weniger

Der alte Metzgerei-Spruch: „Darf´s ein bißchen mehr sein?“ gilt mir heutzutage weniger.

bummelnd durch ein französisches Dorf

Inmitten von Konsumdruck, Ernährung als Religionsersatz, technologischen Quantensprüngen, Zukunftsunsicherheiten und Freizeitstress erschöpfte „Ich´s“.

Darf´s ein bißchen weniger sein?

Weniger to-do und to-be Listen?

Weniger Kontakte, Messages und „ich googel das mal schnell!“?

Weniger Ansprüche, sowohl von innen und außen?

Weniger essen und trinken und konsumieren, nur bis dahin, wieviel man braucht?

Was ist das Gegenteil von viel/zu viel?

Meine Antwort ist heute: …sein

“ Sein“ lassen, durchaus im Sinne von Erich Fromm.

Mehr Dasein, Sosein und Zusammensein