Advent 19 – Mein Hund im „Weihnachts:Stress“

Mein Hund im Weihnachtsstress

1. Dezember: Irgendwas ist anders. Es stehen gebundene Stöckchen aus dem Wald mit vier brennenden Teilen auf dem Tisch. Das hab ich schon mal gesehen…Oh nein, es ist schon wieder Advent! Ich brauche dringend Geschenke für meine Menschen.

Letztes Jahr habe ich einen Ball im Wald gefunden. Den hab ich unauffällig mit nach Hause genommen. An dem Abend, an dem meine Menschen einen ganzen Baum ins Wohnzimmer gestellt haben, habe ich ihn stolz präsentiert. Das haben die aber nicht verstanden. Haben ihn mir immer wieder zurückgeworfen. Mach mal als Hund klar, dass der Ball für SIE ist!

7. Dezember: Es muss diesmal was anders sein. Aber was? Ein Stöckchen? Ein schöner Stein? Eine Wurzel? Mal sehen, was ich so auftreiben kann.

15. Dezember: Meine Mittel als Hund sind begrenzt. Kann nicht in so einen bunten Laden rennen und was mitnehmen. Taschengeld kriege ich nicht. Ohne Moss ist auch beim Hund nix los.

17. Dezember: Habe heute endlich ein Geschenk gefunden: einen traumhaften Stock. Man kann ihn werfen, daran knabbern oder ihn dekorativ ins Wohnzimmer stellen. Da werden sich meine Leute total freuen. Aber ich muss das Ding irgendwo verstecken. Sie sollen ihr Geschenk nicht vor dem großen „Baum-im-Wohnzimmer-Tag“ finden. Wo nur?

18. Dezember: Schnell mal nach dem Spaziergang in den Garten sprinten. Unauffällig den Stock hinter dem Berg Kaminholz verstecken. Das finden die nie. Hui, das wäre dann geschafft.

19. Dezember: Schreck! Ich brauche mindestens ZWEI Geschenke. Der doofe Dackel von Gegenüber hat mir einen Tipp gegeben: halte dich ein paar Tage beim Essen zurück, sammle die Hundekuchen, in eine hübsche Leckerli-Box gepackt und unter den Baum damit! DAS KANN ICH NICHT, fasten!!!!. Besorge lieber noch ein Stöckchen.

24. Dezember: Seit heute steht der Baum im Wohnzimmer. Alle rennen schon die ganze Zeit drumherum und hängen Sachen dran. Sieht verlockend aus, würde gerne was klauen und damit spielen. Aber das haben sie mir schon als ich klein war erklärt: Dieses Spielzeug ist tabu. OK, ist vielleicht ihr Lieblingsspielzeug.

24. Dezember, 17.30 Uhr: So langsam wird’s dunkel draußen. Jetzt müsste ich dringend meine Geschenke rein holen. Aber keiner macht die Tür auf. Ich drängle, renne zur Tür, wedle ein bisschen: „Hallo Menschen, ich will in den Garten. Ich muss mal!“ Endlich hat mein Frauchen es gemerkt und macht mir die Tür auf. Aber nein! Sie bleibt wartend an der Tür stehen. Sie soll es doch nicht sehen. Werde mir mal ein bisschen Zeit lassen. Rumlaufen. schnüffeln, ein wenig mit der Pfote scharren, und…Ha, sie ist drin. Jetzt nix wie hin zum Versteck. Stöckchen sind noch da!

24. Dezember, 17.50 Uhr: Ich nehme sie mit rein und sause gleich durch ins Wohnzimmer. „Hey Süße, was bringst Du denn da?“ Sie freuen sich, juchu. Da bin ich aber froh. Sie halten die Stöckchen fest und zeigen sie sich gegenseitig. So soeht Weihnachtsfreude aus. Wuff, das wäre geschafft. Ist aber auch immer ein Stress mit den Geschenken.

Frohe Weihnachten, Euer Hund

Advent 11 – Weihnachts:Post

Es ist Advent und ich schreibe Weihnachts:Postkarten und Jahresabschluss:Briefe. Früher in meinem Leben finde ich das spießig und standadisiert. Heute ist es mir eine Wonne: „Ich denke an Dich, an Euch! Hier mein Zeichen.“

Es fällt leichter Kontakt aufzunehmen, wenn es einen schönen Anlass gibt. Handgeschrieben, ein duftender Beutel Tee dazu. Schöne Briefmarke. Persönlicher AbsenderINNEN:Aufkleber. So eine Weihnachtskarte ist ein kleines Kunst: Werk.

unter der Hand

Mein Mann glaubt an Weihnachten. Seine Glaube lautet: „Weihnachten beginnt am 24.12.“

Er hat keine Ahnung von meinem Tun und Denken ab Oktober. Unter der Hand dekoriere ich Tag um Tag das Haus weihnachtlich. Im November startet die Produktion von mehreren Adventskalendern. Beim Bummel durch Geschäfte entdecke ich das sogenannte „nur was Kleines“ für Nachbarn, Arbeitsteams, Familienmitglieder und die Vereinsleute. Das kaufe ich sofort, man weiß ja nie…! Mein Kopf ist voller Ideen zum Basteln, Backen und Besorgen. Ich lebe in einer geheimen Parallelwelt zu meinem träumerischen Mann.

wie es beginnt…

Über Jahre schreibe ich Tagebuch für mich. Eine erkrankte Freundin liest mit. Auf dem Speicher stehen bereits 15 prall gefüllte Kisten. Zu Weihnachten 2018 teilt meine Freundin mir mit, dass sie „nicht mehr zwei Leben leben kann und mit ihrem eigenen vollauf ausgelastet sei“. Verständlich. Bloß, ….

nabel:ketten:schnüre aus worten

gefühle auf papier gebannt für mich. für dich.

4000 tage entlang geschrieben heute setzt du den durch:schnitt an

mein füller harrt der silben und das blatt starrt mich wortlos an

bin allein und wortlos

wo werden meinen worte neue heimat finden?

Statt langer Tagebuchsätze schreibe ich Diamantwörter.

Es tut wohl, sie zu teilen.