Advent 11 – Weihnachts:Post

Es ist Advent und ich schreibe Weihnachts:Postkarten und Jahresabschluss:Briefe. Früher in meinem Leben finde ich das spießig und standadisiert. Heute ist es mir eine Wonne: „Ich denke an Dich, an Euch! Hier mein Zeichen.“

Es fällt leichter Kontakt aufzunehmen, wenn es einen schönen Anlass gibt. Handgeschrieben, ein duftender Beutel Tee dazu. Schöne Briefmarke. Persönlicher AbsenderINNEN:Aufkleber. So eine Weihnachtskarte ist ein kleines Kunst: Werk.

unter der Hand

Mein Mann glaubt an Weihnachten. Seine Glaube lautet: „Weihnachten beginnt am 24.12.“

Er hat keine Ahnung von meinem Tun und Denken ab Oktober. Unter der Hand dekoriere ich Tag um Tag das Haus weihnachtlich. Im November startet die Produktion von mehreren Adventskalendern. Beim Bummel durch Geschäfte entdecke ich das sogenannte „nur was Kleines“ für Nachbarn, Arbeitsteams, Familienmitglieder und die Vereinsleute. Das kaufe ich sofort, man weiß ja nie…! Mein Kopf ist voller Ideen zum Basteln, Backen und Besorgen. Ich lebe in einer geheimen Parallelwelt zu meinem träumerischen Mann.

wie es beginnt…

Über Jahre schreibe ich Tagebuch für mich. Eine erkrankte Freundin liest mit. Auf dem Speicher stehen bereits 15 prall gefüllte Kisten. Zu Weihnachten 2018 teilt meine Freundin mir mit, dass sie „nicht mehr zwei Leben leben kann und mit ihrem eigenen vollauf ausgelastet sei“. Verständlich. Bloß, ….

nabel:ketten:schnüre aus worten

gefühle auf papier gebannt für mich. für dich.

4000 tage entlang geschrieben heute setzt du den durch:schnitt an

mein füller harrt der silben und das blatt starrt mich wortlos an

bin allein und wortlos

wo werden meinen worte neue heimat finden?

Statt langer Tagebuchsätze schreibe ich Diamantwörter.

Es tut wohl, sie zu teilen.