Haushalts:ZEN 10 – die Marmeladen

Haushalts:ZEN

Im Keller türmen sich leckere, selbstgemachte Marmeladen. Es sind (mir) zuviele geworden.

Jedes Jahr gibt es wohlschmeckende frische Früchte. Erdbeeren, Kirschen, Mirabellen und Äpfel. Ich fühle mich in einer Ernte- und Einmach:Pflicht. Im Laufe der Jahre ist das Verhältnis von Ernte und Bedarf aus der Balance geraten. Dieses Jahr koche ich keine Gelees und Konfitüren ein. Ich lebe aus dem Vorrat heraus. Verbrauche das Vorhandene. Das schenkt eine überraschende Freiheit. Es ist genug für alle da. Im nächsten Jahr wird es gute Gründe geben, frisch einzumachen!

Fällt mir nicht leicht, die vertrauten Marmeladen:Wege zu verlassen.

Sperrgebiet Depression

 

Belebte Häuser, geöffnete Fenster.

Tische & Stühle unter Apfelbäumen.

Menschenlachen und Gläserklirren.

Ein depressives Unwetter zieht auf und hinterläßt Verwüstung.

Umzäunt nun das Land.

Auf Schildern steht:

„Hier haust die Depression. Betreten verboten“

 

Verminte Wege

ausgeplünderte Vorratsräume

erschöpfte Menschen.

Erschüttert stehe ich Tag um Tag am Zaun.

An den guten Tagen werfe ich „Samenbomben“ hinüber.