der alte Übersee:Koffer

der alte Übersee:Koffer

Der geräumige Über:See:Koffer, ein Geschenk meiner Großmutter Jela zierte mein Kinder- und Jugend:Zimmer. Groß genug, dass wir Kinder uns zu zweit darin verstecken konnten. Ein Spielzeug für Kinder. Später füllte meine Großmutter ihn mit meiner Aussteuer, Teller, Eierbecher und Handtücher. Mit der Aus:Steuer, ohne Koffer, zog ich unverheiratet aus. Eines Tages fragt meine Mutter an, ob ich den Übersee:Koffer noch benötige, sonst käme er endlich weg! In der studentischen Leichtigkeit des Wohnens antworte ich forsch: “ Weg damit, kann ich nicht brauchen!“

Heute, gerade heute vermisse ich diesen alten Reisekoffer. Die nie aufgeklärten Familienlegenden von Onkel Helmuts Amerika:Reise und dem Verlassen Schlesiens bleiben im Dunklen liegen. Heute, gerade heute vermisse ich meine Großmutter, meine Mutter und meinen Bruder. Säße gern mit ihnen auf dem alten Überseekoffer!

Vom Verlust

Wosinddieverlorengegangenen Tagewiederzufinden?

AufdemPlanetenderverlorenenTagetreffeichniemandenan.


Alles & alle

können verlustig gehen.

Autoschlüssel & Lebenssinn

Gesundheit & Zukunft

Freundschaft & Arbeitsplatz.

Töricht-menschlich zu glauben,

es gäbe einen Schutz vor Verlust

oder man wäre für den Verlust nicht erreichbar

Den letzten Verlust reißt für jeden der Tod.

Im Abhandenkommen fällt

ehemaliger Besitz

aus den Händen zu Boden.

Blank und verletzbar bis auf die Knochen.

Das „ohne…“ übernimmt das Sagen.

Nach dem Verlust

Es reicht zu atmen.

Es reicht zuzuhören.

Es reicht auszusprechen.

Es reicht auf Schönes zu sehen.

Es reicht den Wind zu fühlen.

Nach dem Verlust reicht es (noch) am Leben zu sein.

Der Ausweg

 Im Verlust versteckt sich LUST.

Die Lust beherbergt den Weg.

Zum Weitermachen, für einen Neuanfang,

zum Suchen und Aufräumen.

Zum Weiterleben. Zum guten Leben.

Zum Verzeihen und zum Friedenschließen.