Haushalts:ZEN 9 – die Schlüssel

Schlüssel sind Öffner für Häuser, Zimmer, Teilhabe und Verantwortung.

Mein Schlüsselbund ist mir schwer geworden. Es hängt zuviel dran. Klar, es ist praktisch, alles stets bereit zu haben. Gleichzeitig ist es eine tägliche Last.

Heute reduziere ich meinen gewichtigen Schlüsselbund, der mich an viel zu viel bindet, auf das mir selber wichtige Minimum, – das sind nur drei Schlüssel, plus einen Schlüsselanhänger. Fertig.

Gehe zur Tür hinaus und bin erschrocken über die Leichtigkeit!

ich ich ich

Könnte es helfen, das ICH zwar wichtig zu nehmen, es gleichzeitig nicht zur Zentrale des Seins zu machen? Im ICH sind die Gedanken, die Erinnerungen, die Tagespläne, die Narben und Lebensziele. Im ICH bin ich beschäftigt mit täglicher Schadensbegrenzung, alles ist ausgerichtet auf: „zu erledigen!“ „heute wichtig“, „wartet schon ewig!“, „unbedingt einkaufen“, „warum wird das nicht besser?“, „wenn ich…dann…“ usw.
Im weniger wichtigen „zwar-auch-ich“ könnte es doch so sein, dass ich aus dem Moment heraus handele. Es könnte doch so sein, dass ich sanften Impulsen folge. Es könnte doch so sein, dass ich tausend Mal in Ruhe (durch-)atme am Tag.

Ich habe mich zu entscheiden über das Verhältnis von ICH und dem „zwar auch ich, aber viel kleiner-ich“. Folge ich dem großen ICH kann ich nicht gesund werden. So einfach ist das. Und so schwer. Es ist eine Wahl zu treffen über mein weiteres Leben. Diese Wahl beginnt in diesem Augenblick. Und in jedem weiteren Augenblick.

Trilogie zu Schuld


  1. Akt

Schuld ist kein Gefühl.

Es ist ein rückwärts gerichtetes Denken.

Die Gefühle dazu tragen andere Namen: Scham, Angst oder Traurigkeit.

Der Weg in die Freiheit ist, den Unterschied zu erspüren und eine Wahl zu treffen.

Entweder die nach Strafe+Sühne lechzenden rückwärts gerichteten Schuldgefühle oder für die eigene Verantwortung inklusive der Konsequenzen und einem furchtfreien Blick nach Vorne.

2. Akt

Lebenskunst entsteht, wenn es nicht um SchuldGEfühleGEdanken geht sondern um verANTWORTung,

wenn die nach ANTWORT sehnende Frage lautet: wie verwandele ich erlebtes Leiden und die innewohnenden Gefühle in etwas Klares & Starkes für mich?

Unrecht und Leid kann mir jederzeit zugefügt werden, ist nicht verhinderbar, nicht löschbar, nicht ignorierbar.

Die Wahl:Freiheit

entsteht in der ruhigen Fragestellung:

was ist mein Anteil?

Was tue ich, damit es besser wird?

Statt stumm-gekränkter Schuldigkeit schicke ich einen munteren Satz los:

„Dafür übernehme ich die Verantwortung“.

Tue ich das nicht, übergebe ich den anderen „meine schöne ICH-Insel“ und schwäche mich

3. Akt

In meinen Gedanken liegt die Freiheit in eine eigene verANTWORTung hineinzuwachsen.

Epilog

Keine Schuld mehr! Neue Fragestellungen! Sichere verANTWORTung!