Hör:Sturz

Hör:Sturz

Nachdem mein Gehör gestürzt ist, sind alle anderen Sinne verwirrt und schlecht orientiert. Indem nichts zu hören ist, wird der Raum hinter dem Körper zu einem unangenehmen Stille:Raum. Alles, was von hinten kommt, kommt auf leisen Sohlen daher und seht „plötzlich“ vor den Augen. Die davon unangenehm überrascht werden. Sie können eben nicht nach hinten gucken. Die Nase nimmt wenig Duft auf, als wäre sie mit dem Ohren solidarisch. Es schmeckt mir nichts, weil der „Gehörlos:Eimer“, der meinen Kopf umfaßt, nur wenige Sinnes:Eindrücke durchläßt.

Die Welt und ich sind gerade schlecht verbunden, die Stille höchst unfreiwillig.

vor lauter lauter!

Gut versteckt ist sie, die gestohlene Walnuss im Maul.
Still wird geknackt und verzehrt. Hier ist grad´nichts lauter(er)!!

meine Mutter benutzte gerne den Ausdruck:

„vor lauter lauter…!“

Der Satz ging nicht weiter

wir Kinder wußten dennoch, was gemeint war.

Spüre ich heute dem Ausdruck nach,

entdecke ich das Wort „laut“

sogar gedoppelt, – zweifach LAUT.

Das ist viel. Wendet sich nahtlos ins „zuviel“

und breitet sich in der Überforderung aus.

„Lauter“ steht auch für: glänzend, hell und aufrichtig

Somit kann „lauter lauter“ ebenfalls stehen für:

heller als hell, klarer als klar

ungetrübt und voller Glanz.

wie schön!