Pandemie: Bevorratung

Wieviel Vor:Rat benötige ich, um mich in Sicherheit zu wiegen?

Eine Dose pürierte Tomaten oder 10 Dosen? Was könnte lebensnotwendig werden und was sind persönliche Vor:Lieben? Mich haben die kurzzeitig leeren Regale bei den Haferflocken kalt erwischt. Sehe mein geliebtes Müsli in Gefahr. Nicht mich, nur das Ritual.

Zwischen Vernunft, Verunsicherung und Übertreibung schwanke ich durch die Corona:Tage. Unseren sogenannten Vor:Rat habe ich im Keller in einem Regal „ausgestellt“. Gehe ich am Museum der Dosen und Flocken vorbei, erfüllt mich das mit einem optisch ausgelösten Sicherheitsgefühl. Zwei bis drei Wochen können wir gut leben.

Gehöre zu der Generation der Kriegs:Enkelinnen. Großgezogen von einer Mutter, die während und nach des 2. Welt:Krieges hungerte. Bis zu ihrem Tod „bunkerte“ sie in ihren Taschen Lebensmittel, Schokoriegel, Bonbons und Beruhigungs:Tabletten. Das kann ich mir irgendwann abgewöhnen und mit meinem Haushalts:ZEN lerne ich frei und ohne Vorrat zu hauswirtschaften. Nun ist da eine Pandemie. Und die Vor:Rats:Karten sind neu gemischt.

Mir ist wichtig, Müsli, Milchcafe und Salat zur Verfügung zu haben. Der Rest wird aus Vertrauen und Gemeinschaft zusammengekocht. Möge niemand aufgrund der Pandemie an Hunger leiden.

HaushaltsZEN 24 – Reisen

Bei den Reise:Vorbereitungen treffen Sicherheit und Freiheit knallhart aufeinander. Wird alles mitgenommen, was die kleine Komfort:Zone auskoffert? Geht man auf den Mut zu Lücke, vor Ort wird es wohl auch Geschäfte geben? Wie ist meine subjektive Balance zwischen „gut vorbereitet sein“ zu „ett kütt wie ett kütt“? Ich kenne viele Formen des Reisens, mit kleinem Rucksack durch Europa, mit Koffermatrazen zum Zelten und mit Cocktailkleid ins Gourmet:Weekend.

Fahre ein paar Tage an die See, um meine Gesundung zu unterstützen. Regen:Jacke & Gummi:Stiefel! Tagebuch & Sonnenbrille! Tischdecke & eine Flasche guten Wein! Fertig ist die Sause. Hoffe, das alles andere sich in den Reise:Taschen der Mitreisenden befindet!

Haushalts:ZEN 17 – Wetterapp

Himmels:Wetter

individuelle wetter:profile wolken:vorausschau regen:radar standort:kennung welt:wetter:voraussage hurrikan:tracker wetter:dienst:leister baby:wetter life:wetter:daten grill:wetter

Wann haben wir aufgehört, in den Himmel zu gucken und uns auf unser Wetter:Gefühl zu verlassen und es zu trainieren? Seit wann brauchen wir Prognosen im 15-Minuten-Takt?

Risikofreies Wetter gibt auch eine App nicht her! Aller Vorhersehbarkeit zum Trotz gibt es nicht mehr Sicherheit. Und wir riskieren, unsere Fähigkeit des Improvisierens einzubüßen.

Mein Wetter:Bericht für heute: in meiner Straße erwarte ich einen sonnigen Tag!

OUT and IN

Eine spannungsgeladene Kind:Aussen:Welt

voller Gefahr:Seismographen.

Überschriftet mit:

„mach dich zu deiner Sicherheit unsichtbar „

Farbgeschwungene Kind:Innen:Welt

Sammelsurium mit Tohuwabohu und Pelemele.

Ergebnis:

ein gemischter, un(vorher)sehbarer Kopf:Salat,

der sich zu seiner Sicherheit heute SICHTBAR macht.

von Hunden und ihren Leuten

Ein bäriges Zauberknäuel im Alter von 10 Wochen lag vor ca. 14 Jahren auf meinem Schoss. Und damit die Liebe. Jahrein, jahraus sind wir durch dick und dünn gegangen und haben manchen Ärger bewerkstelligt.

Vor ca. drei Jahren werden das inzwischen groß und alt gewordene Zauberknäuel und ich von drei freilaufenden deutschen Doggen überwältigt. In diesem Durcheinander gehe ich schnell verletzt zu Boden. Als ich das Zauberknäuel aufheulen höre, brülle ich vom Boden aus so energisch, dass einer der großen Hunde innehält. Um die Bühne frei zu machen für die Besitzerin und ihren Satz: „Die tun normalerweise nichts.“ Tja, unter einem schwarzen Hund liegend, während die zwei anderen des Rudels mein Zauberkäuel in die Mangel nehmen, – ich dachte, dass wir beide nicht heil aus der Situation herauskommen werden.

Das hat mich traumatisiert. Um dem Zauberknäuel Sicherheit zu geben, strenge ich mich fürchterlich an, lache und animiere zu Abenteuern und neuen Hunde-Freundschaften.

Das geht gut, bis gestern. Eine unserer Hunderunden-Stammstrecken, alles normal und vertraut. Völlig unerwartet springt ein nicht gesicherter belgischer Schäferhund aus einem Kastenwagen und ist in Sekundenschnelle an der Kehle vom Zauberknäuel. Und das Entsetzliche für mich ist: ich kann nur schreiend querfeldein laufen. Ich kann sie nicht verteidigen.

Zu meinem Glück sind andere dabei. Mein Mann fällt in dem Gefecht hin und bricht sich Elle und Speiche. Ich werde von einer Spaziergängerin „eingefangen“ und zurückgebracht.

So sind wir drei nun zuhause, Zauberknäuel ist unbeschadet, bloß verwirrt vom Durcheinander der vertrauten Abläufe. Ich kann nur weinen und der Ehemann hat einen dicken Gips um den Arm und muss operiert werden. Was nun? Ich konnte nicht für meine Liebsten da sein, … weil das erste Trauma direkt unter der Haut lag und mich quer durch einen Wald davon trieb.

Wie kann ich weiter auf schöne Hunderunden gehen? Wie kann ich meinen Liebsten Schutz gewährleisten? Heute habe ich darauf keine Antwort. Und noch viel weniger habe ich eine Antwort auf die Fahrlässigkeit von Anderen.