Po:Panz

Ein Popanz ist ein Schreckgespenst.

Der althergebrachte Ausdruck einen Popanz aufbauen bedeutet sinngemäß, aus einem bestimmten Grund beträchtlichen Wirbel um etwas zu machen. Ich habe es mit einem sich behaglich eingenisteten Seelen:Popanz zu tun.

Popanz ist zu meinem Glück eine maßlos überschätzte Bedrohlichkeit. Eine künstlich hergestellte Strohpuppe, ausgestopft mit Angst:Halmen, die sich popanzig aufplustern. Ihr Ziel ist es, mich einzuschüchtern und Furcht:Szenarien aufzubauen. Mehr Schein als Sein.

Im Rheinischen gibt es den Ausdruck Pänz für Kinder. Spiele ich mit den Buchstaben und mache aus dem A ein Ä ergibt sich ein neues Wort Po:Pänz. Kindereien, die mir am Po vorbeigehen. Beim nächsten Angriff des Popanz rufe ich ihm kindlich-ausgelassen zu: Po:Pänz! Du bist nur ein Po:Pänz!!

von der Erwägung

mein richtiger Platz

Ob es einen „richtigen“ Platz in der Welt für jeden Menschen und auch für mich gibt?

Im aktuellen Vergleich wirke ich ohne Ziel und Orientierung, meine Lebens:Mit:Menschen wirken, als hätten sie alles im Griff.

Ziehe in Erwägung,

mir darum keine Sorgen mehr zu machen. Wer definiert denn? Vielleicht bin ich genau da, wo ich sein soll, wo es etwas Aufregendes zu lernen gibt?

Ziehe in Erwägung,

dass trotz Krankheit und Leidensdruck, ich hier & jetzt richtig und vollständig bin.

Ziehe in Erwägung,

dass im Loslassen und An:Vertrauen  das Sehnsuchtsziel „BIN AN MEINEM PLATZ“ zu erreichen ist. Das könnte die ganze Sache verdammt einfach machen. Wenn der „richtige Platz“ nicht woanders ist, in einem fernen Land, unter einen anderen Sonne ist. Sondern genau jetzt, während ich diese Zeilen schreibe?

Ziehe in Erwägung,

dass mein Platz überall da ist, wo ich BIN. Das kann mir niemand wegnehmen, wenn ich mich entscheide, zu SEIN. Da:Zu:Sein. Hier:ZU.Sein.

vom weniger

Der alte Metzgerei-Spruch: „Darf´s ein bißchen mehr sein?“ gilt mir heutzutage weniger.

bummelnd durch ein französisches Dorf

Inmitten von Konsumdruck, Ernährung als Religionsersatz, technologischen Quantensprüngen, Zukunftsunsicherheiten und Freizeitstress erschöpfte „Ich´s“.

Darf´s ein bißchen weniger sein?

Weniger to-do und to-be Listen?

Weniger Kontakte, Messages und „ich googel das mal schnell!“?

Weniger Ansprüche, sowohl von innen und außen?

Weniger essen und trinken und konsumieren, nur bis dahin, wieviel man braucht?

Was ist das Gegenteil von viel/zu viel?

Meine Antwort ist heute: …sein

“ Sein“ lassen, durchaus im Sinne von Erich Fromm.

Mehr Dasein, Sosein und Zusammensein