6: den Schreibtisch aufräumen

„Saubermachen poliert die Seele „. Wind in den Mühlen der Ordentlichen, Kampfansage an die ChaotiNNEN. Spiegelt äußeres Durcheinander immer einen Seelenzustand? Oder ist ein gemütliches übervolles Familienhaus (inspiriert von Nanett❤) nicht ein Hort der Geborgenheit?

Es ist Typsache, was nervt. Den Schreibtisch aufzuräumen kann sinnstiftend sein oder eben nicht. Während meiner Studienjahre war mir der überladene Schreibtisch ein Augenschmaus. Er diente mir damit als augenscheinlicher Beweis meines Fleißes…

Heutzutage räume ich einmal in der Woche meinen Schreibtisch ratzeputze leer, bis auf PC und Lampe. Der sichtbare Beweis, dass alles wohl getan ist und ich nun ruhen kann.

Im Zen ist es selbstverständlich, Tag um Tag, mit aller inneren Konzentration die Tempel zu reinigen. Damit zeitgleich den Gemütszustand zu reinigen. Alle, die damit übereinstimmen, können sich freuen. Ein aufgeräumtes Umfeld ist der Schlüssel zu einem ausgeglichenen Geist.

Ich weiß, das mich aufräumen beruhigen kann, wenn ich es als „aufrichtiges Räumen“ spüre, nicht als notwendiger Teil der Hausarbeit. Ist das vielleicht gemeint mit „den Schreibtisch aufräumen „?

Nachtrag: ich koste übend täglich die Morgenluft. Heute hab ich dabei Seifenblasen gepustet. Und schwöre, dabei habe ich an nichts gedacht. Zwei Übungen sinnvoll vereint.

Jetzt höre ich auf zu schreiben und gehe meine Schuhe ordentlich aufstellen. 😁😁😁

Schreib:Tisch

Schreib:Tisch in action!

I had a dream, – den Traum eines eleganten, kleinen Schreibtisches. An selbigem sitze ich, ebenfalls elegant, und schreibe in schönster Schrift auf bestem Papier.

Meine Schreibtische sind in Wahrheit Multifunktions:Tische. Kommt das eine drauf, muss das andere weichen.

Am Jugendschreibtisch, eine Modernisierung in den 70iger Jahren, schleppe ich mich durchs Abitur. Am Resopalküchen-WG-Tisch schleppe ich mich durchs Examen. Der riesige Birnenholzschreibtisch für LinkshänderINNEN (ein runder Auszug auf der rechten Seite!) trägt mich durch die berufliche Selbständigkeit. Einen uralten Küchen:Tisch schleppe ich mit meiner Schwester im Jahr 2015 aus einem französischen Second-Hand-Laden. Ein motivierter Schreiner ohne Farb:Gefühl restauriert ihn. Aktuell scheint das der Höhepunkt meiner Schreib:Tisch:Reise zu sein. Die PC-Anlage nimmt 20% in Beschlag. Fast jeden Tag räume ich den Tisch leer, damit meine Augen sich ausruhen können. Für größere Arbeiten ist er zu schmal und so packe ich die Weihnachtspakete auf dem Fußboden.

Ob es einen perfekten Tisch gibt? Will ich einen solchen Alleskönner? Einen Tisch nur zum Schreiben benötige ich wohl garnicht. Das ist nur eine weitere Selbst:Wunsch:Vorstellung. Ich kann überall schreiben und Pakete verpacken.

Haushalts:ZEN 2 der Schreibtisch

Labsal ist es für mich, auf eine wohlig leere Schreib:Tisch:Ober:Fläche zu schauen. Die Betonung liegt auf dem Wort „Oberfläche“. Es ist seine Funktion, vergleichbar zu einer Werkbank oder einen Küchenanrichte, jederzeit bereit zu sein.

ZEN: eine freie Fläche entsteht erst, wenn das Unbearbeitete erledigt wird. Selten ist das alles zugleich oder in einem Rutsch herzustellen. Konzentriere mich auf die Fläche auf die Wirkung des Aufgeräumtseins. Die Schreibtisch:Fläche als tägliches Klärungs:Ritual zu leben, erschafft einen Ruhe:Raum, um durchzuatmen.