Der Ab:Schied wohnt im Herzen

„Irgendwo blüht die Blume des Abschieds  und streut immerfort Blütenstaub, den wir  atmen herüber, und auch noch im  kommendsten Wind atmen wir Abschied.“ Rainer Maria Rilke

Ab:Schiede sind so unterschiedlich wie Gefühlslagen. Ich erlebte einen herzzerreißenden Abschied, der mein Herz zu brechen schien. Vermisste den feierlichen Abschied an der Universität. Manchen Ort und manchen Menschen verabschiedete ich schweren Herzens. In großen Weihnachtsfilmen spüre ich rührende Abschiede und vergieße eine kleine Träne dazu. Ein schwerer letzter Abschied bei Beerdigungen. Förmlich und kurz verabschiedet aus unbehaglichen Lebensmomenten. Der kalte Abschied im Streit, der lange im Herzen klirrt.

Heute habe ich einen besonderen Menschen aus meinem Leben verabschiedet. Es fühlt sich richtig an, der Zeitpunkt stimmt, die beiderseitige Übereinkunft ist vorhanden. Traurigkeit liegt nicht in der Luft. Eher die lebendige Freude über das, was war.

Der Abschied wohnt im Herzen. Da paßt er gut hin. Da hat er es warm.

not the right moment

Zufall:Entscheidung:Pech:Momente:Glück:Leben

Die das Seelen:Pflänzchen plattmachende Kalenderweisheit „vom richtigen Zeitpunkt“ verbanne ich aus dem Trost:Repertoire. Das ist kein Standard im Leben. Wenn andere diese Gewissheit in sich tragen, schön für sie. Mein Erleben ist bunt gemischt: „Verdammt, das ist viel zu früh!“ und „Mist, jetzt habe ich zu lange gewartet!“ Mitten:drin ruht manchmal hineingewürfelt der „richtige Zeitpunkt“. Magisch verbinden sich Fragen und Antworten zu Glück.

von der Erwägung

mein richtiger Platz

Ob es einen „richtigen“ Platz in der Welt für jeden Menschen und auch für mich gibt?

Im aktuellen Vergleich wirke ich ohne Ziel und Orientierung, meine Lebens:Mit:Menschen wirken, als hätten sie alles im Griff.

Ziehe in Erwägung,

mir darum keine Sorgen mehr zu machen. Wer definiert denn? Vielleicht bin ich genau da, wo ich sein soll, wo es etwas Aufregendes zu lernen gibt?

Ziehe in Erwägung,

dass trotz Krankheit und Leidensdruck, ich hier & jetzt richtig und vollständig bin.

Ziehe in Erwägung,

dass im Loslassen und An:Vertrauen  das Sehnsuchtsziel „BIN AN MEINEM PLATZ“ zu erreichen ist. Das könnte die ganze Sache verdammt einfach machen. Wenn der „richtige Platz“ nicht woanders ist, in einem fernen Land, unter einen anderen Sonne ist. Sondern genau jetzt, während ich diese Zeilen schreibe?

Ziehe in Erwägung,

dass mein Platz überall da ist, wo ich BIN. Das kann mir niemand wegnehmen, wenn ich mich entscheide, zu SEIN. Da:Zu:Sein. Hier:ZU.Sein.