regen:tage

herbst:vergnügungen von Inge Löök

die herbst:regen haben begonnen. jedeR reagiert anders darauf. meine alte nachbarin seufzt nach den ersten zwei herbst:tagen resigniert und fürchtet sich vor dem winter. die schul:kinder, die am haus vorbeigehen, haben mühe, ihre smartphones trocken zu halten. ich finde den regen angenehm und einschränkend zugleich. er bringt geschenke: kartenspielen, puzzle rauskramen, handstulpen stricken, apfelkompott einkochen, pilze trocknen, jane austen lesen. die sommer:salat:tomaten:zeit ist gewechselt in die herbst:kohl:backofen:zeit.

Fremdeln in Frankreich


Tag 1

stadtplan unlesbar in schriftgröße 2

regenschauer treiben

einheimische und fremde

durch die häuserschluchten

durchwässert sind rucksack und gemüt

abends umgarnen pasta&wein die fremdheit.

Tag 2

am verhandlungstisch sitzen

die angst, die vorurteile,

die abenteuerlust und der mut.

es ist urlaub,

sie finden rasch eine übereinkunft

sich auf kurze zeit

im fremden

zu beheimaten.

wo ist die seelische wasserscheide

von befremdlichbedrohlich und aufregendunvertraut

im alltäglichen leben?

Tag 3

mir fließen in der unbekannten stadt die tränen

beim anblick eines steines

 in der ausstellung von Lee Ufan „die Zeit bewohnen“.

seine welt ist vom ich reduziert

zugunsten von raum und stille.

in der  kühlen weite des nicht:ich:raumes

bin ich unerwartet verbunden und nicht allein.

Streifenkunst

Danke an C., die diese drei Tage an meiner Seite war, um die engen Grenzen der Erkrankung auszutesten und auszudehnen.