Reha:Schnack – Abschied nehmen

Packe drei Taschen.

Die erste Tasche lasse ich hier zurück, Erinnerungen, Schmerzen, zweifelnde Fragen:Stellungen. Alt:Papier & Leer:Gut meines Lebens.

Die zweite Tasche nehme ich mit nach Hause. Erinnerungen, weniger Schmerzen, ein Strauß voller Momente und Berührungen. Ein innerer Schnapp:Schuss mit den großartigen Menschen, die ich während der Reha treffen, erleben und sprechen durfte.

Die dritte Tasche beinhaltet einen Fragen:Sack und ein Ideen:Polster.

HaushaltsZEN 24 – Reisen

Bei den Reise:Vorbereitungen treffen Sicherheit und Freiheit knallhart aufeinander. Wird alles mitgenommen, was die kleine Komfort:Zone auskoffert? Geht man auf den Mut zu Lücke, vor Ort wird es wohl auch Geschäfte geben? Wie ist meine subjektive Balance zwischen „gut vorbereitet sein“ zu „ett kütt wie ett kütt“? Ich kenne viele Formen des Reisens, mit kleinem Rucksack durch Europa, mit Koffermatrazen zum Zelten und mit Cocktailkleid ins Gourmet:Weekend.

Fahre ein paar Tage an die See, um meine Gesundung zu unterstützen. Regen:Jacke & Gummi:Stiefel! Tagebuch & Sonnenbrille! Tischdecke & eine Flasche guten Wein! Fertig ist die Sause. Hoffe, das alles andere sich in den Reise:Taschen der Mitreisenden befindet!

der alte Übersee:Koffer

der alte Übersee:Koffer

Der geräumige Über:See:Koffer, ein Geschenk meiner Großmutter Jela zierte mein Kinder- und Jugend:Zimmer. Groß genug, dass wir Kinder uns zu zweit darin verstecken konnten. Ein Spielzeug für Kinder. Später füllte meine Großmutter ihn mit meiner Aussteuer, Teller, Eierbecher und Handtücher. Mit der Aus:Steuer, ohne Koffer, zog ich unverheiratet aus. Eines Tages fragt meine Mutter an, ob ich den Übersee:Koffer noch benötige, sonst käme er endlich weg! In der studentischen Leichtigkeit des Wohnens antworte ich forsch: “ Weg damit, kann ich nicht brauchen!“

Heute, gerade heute vermisse ich diesen alten Reisekoffer. Die nie aufgeklärten Familienlegenden von Onkel Helmuts Amerika:Reise und dem Verlassen Schlesiens bleiben im Dunklen liegen. Heute, gerade heute vermisse ich meine Großmutter, meine Mutter und meinen Bruder. Säße gern mit ihnen auf dem alten Überseekoffer!