Reha:Schnack – nordic walking for beginners

Man kann mich als „am Nordic Walking interessiert“ bezeichnen. Durch einen Terminierungsfehler gerate ich in die Leistungsgruppe. Nach 50 Metern brennt meine Schulter. Die Trainerin ruft umgehend die Gruppe zusammen und verkündet: „Wir haben in dieser Gruppe ein extremes Leistungs:Gefälle. Daher verfahren wir nach dem Springbrunnen-Prinzip. Wer zügig gehen will, kann das gerne tun, behält aber die gesamte Gruppe im Blick und überrundet immer wieder. Ich selber bleibe die ganze Zeit hinten.“

Hinten bedeutet: bei mir. Hätte ich mich bloß abgemeldet, finde es schrecklich, der Bremsklotz zu sein.

Dann erlebe ich mein Privat:Wunder. 90 Minuten rasen wir durch eine Welt, die nur aus Brandung, Sand und Himmelblau besteht. Im vollen Galopp erzählen die Trainerin und ich uns unsere Leben, nach 10 Minuten sind wir per du, nach 60 Minuten planen wir einen gemeinsamen Urlaub.

Zur Sicherheit erwähne ich ein halbes Dutzend mal, ob sie denn vor lauter schnacken noch den Wendepunkt der Tour im Blick habe.

Glühend und verschwitzt, gebadet in Sonnenlicht und Freundschaft lande ich nach 90 Minuten und 8 Kilometern auf den Stufen zum Klinik:Eingang. Gefühlt bin ich die Tages:Heldin. Allerdings reicht mir diese Unikat:Erfahrung. Eine Wiederholung ist mir unerwünscht.

Im gegenseitigen Einvernehmen werde ich auf Walken 2 runtergebucht.

Was für ein großartiger Nachmittag.