31: Wahrnehmen, das es noch ein „anderes Selbst“ gibt

Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE, Kapitel 31

Erfrischenderweise ist das von Herrn Masuno nicht ausschließlich spirituell gemeint. Jeder hat Rollen und Funktionen. Doch wer bin ich, hinter und ohne diese Rollen? Das zweite Selbst ist wohlmöglich viel freier und radikaler.

Im ZEN ist es nicht entscheidend, was für ein Mensch man ist. Sondern mit seinem anderen Selbst in Kontakt zu sein, sich kennen zu lernen. Mir gefällt das heute so richtig gut. Nicht was ich bin, sondern wer und wie ich bin! Ich kenne einige rollen:selbst:vergessene Momente, z.B. beim Pilzesuchen oder bei meiner wunderbaren Ostheopathin!❤

14: sich von Dingen trennen

… und die Essenz der Dinge ausschöpfen.

Kapitel 14, Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE

Herr Masuno erzählt von einem Steingarten in der Kyotoer Tempelanlage. Er ist nur aus Sand und Stein erbaut. Und doch meint man einen Gebirgsbach zu spüren.

Unsere Vorstellungskraft ist sehr mächtig. Sie braucht nicht viel. Selbst wenn ich nur eine einzige Sache hätte, könnte ich sie mit meiner Phantasie und der Kraft meiner Gedanken auf verschiedene Weisen einsetzen.

Das erinnert mich an den sprachlosen Gesichtsausdruck meiner Mutter, als ich in unserer sehr schlichten Ferienwohnung einmal eine Pfanne nutzte, um darin einen Apfelkuchen anzurühren und auch zu backen.

Hier ist mein Geist dicht an Herrn Masuno dran. Ich halte mich selten an die vorherbestimmte Benutzung eines Gegenstandes. Alles ist mehr, als es zu sein scheint, wenn ich die Dinge frei benutze. Dafür brauche ich nicht viel.

Zusammenfassung der erste 14 ZEN-Gedanken von Herrn Masuno. Das erste Kapitel umfaßt 30 Schritte, sich glücklich zu machen. Ich habe jeden Tag ein wenig geübt. Koste täglich die Morgenluft, grüße den Tag allerdings nicht lauthals. Hin und wieder stelle ich meine Schuhe liebevoll nebeneinander auf. Tee oder Café bedächtig zu trinken paßt gut in den Herbst, das fällt mir leicht. Der Schreibtisch wird weiterhin nur einmal in der Woche aufgeräumt. Ich schreibe viel mit der Hand und lege beim Essen selten die Stäbchen zur Seite! Manches gelingt, anderes paßt nicht. Im Ganzen gesehen bin ich auf eine eigentümliche Art glücklich mit den Übungen. Und voller Neugier, was der Weg von Kapitel 14 bis Kapitel 100 noch bereithält. Namasté.🙏

Frei:Satz

Frei:Sätze

Wie schön, dass wir Frei:Sätze aussprechen können. Sätze, die aus purem Gefühl bestehen, die nicht sinnvoll und zielführend sind. Sätze, die vor uns einem Freiheits:Raum entstehen lassen, in dem emotionale Radikalität sich mit schäumendem Freiheitsdrang verbindet:

“ Das lasse ich mir nicht länger bieten!“

„Ich komme nie wieder hierher!“

„Ich gehe für immer fort!“

„Das höre ich mir nicht länger an!“

„Nicht mit mir!“

„So ja nicht!“