46: Veränderungen nicht fürchten

Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE, Kapitel 46

Blüten werden auf der ganzen Welt geliebt, Kirschblüte. Mandelblüte. Apfelblüte.  Löwenzahnblüte. Gerade die Blüte ist magisch schön und sehr kurzlebig. Möchte ich Holunderblütengelee kochen, habe ich auf die Natur zu achten, auf den richtigen Zeitpunkt. Möchte ich zur Mandelblüte in die Pfalz fahren gilt das ebenfalls. Eine Woche zu spät ist eine Woche zu spät.

Interessant ist, dass wir Blütenpracht genießen können, ohne zu lamentieren, sie sei zu kurz oder zu fordern, sie solle ewig andauern. Wir wissen, dass nach der Blüte die Reifung erfolgt und danach die Ernte. Und danach die Ruhe. Vom Jahreskreis kann ich lernen.

Aktuell geschehen zahlreiche Veränderungen in unserem kollektiven Leben. Ich norde mich jeden Morgen neu ein. Es ist wie es ist. Es gibt Chancen und Schönheiten. Ich brauche mehr denn je meinen Optimismus, meine Kreativität, meine Phantasie und mein Durchhaltevermögen. Darüber verfüge ich, die kann ich täglich zum Blühen bringen.

42: eine Pflanze zum Blühen bringen

Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE, Kapitel 42

Die Natur befindet sich in einem unentwegten Wandel. Wir Menschen haben die Tendenz, an der Vergangenheit zu kleben und uns um die Zukunft zu sorgen.

Herr Masuno rät, eine Pflanze vom Samen bis zur Blüte und Reife großzuziehen. Jeden Tag in einen Dialog mit der Pflanze zu treten und ihrer beständigen Veränderung beizuwohnen.

Jedes Jahr im Advent ziehe ich eine Amaryllis heran, in der Hoffnung, zu Weihnachten Blüten zu erleben. Auch das Schneiden eines Barbara:Zweiges gehört zu meinen Natur:Rückbindungen. Etwas Moos, einen Tannenbaum und Fichtenzweige ins Haus zu schleppen ist mir eine glücklichmachende „Pflicht“ in dieser Jahreszeit. Eine Pflanze zum Blühen zu bringen ist im Winter eine größere Herausforderung. Zum spürenden Lernen gehört die Botschaft: „Jeder Tag ist ein neuer Tag. Was heute war, endet heute. Morgen wird wieder ein neues Selbst geboren. Deshalb muss man sich nicht sorgen.“ (S.101)