26: Die Natur mit dem Körper erfahren…

… einen Stein aufheben und daran riechen.

Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE, Kapitel 26

Im Angesicht der aktuellen Entwicklung der COVID-19-Pandemie berührt mich das heutige Kapitel. Die Einschränkungen, mit denen wir alle, mehr oder weniger, je nach Lebenssituation zurechtzukommen haben, lassen ein paar Frei:Räume.

In die Natur gehen, langsam durch seine Straße gehen, wandern, … was auch immer. Es kann helfen, dies bewusst zu tun, anstatt Wege hinter sich zu bringen, Strecken hinter sich zu legen.

Seit gestern habe ich mit einem Herbst/Winter:Ritual begonnen. Jeden Abend, irgendwann zwischen 18 und 20 Uhr gehe ich einfach raus.

„Laß´uns ein paar Schritte gehen!“ Nicht mehr, nicht weniger. „Luft schnappen!“ und „den „Kopf freimachen“.

Es gibt viele Sprichwörter dazu. „Die Beine vertreten“ findet sich in unserer Sprache erstmals in der  2. Hälfte des 18. Jahrhunderts (ca. ab 1776): „Ich gieng indessen ein wenig herum, um die Beine zu vertreten, welche von dem langen Sitzen zu Pferde ganz ermüdet waren“

Es ist zwar nicht der lange Ritt oder die endlose Kutschfahrt. Es ist die psychische Ermüdung, ausgelöst durch die Unruhe seit März 2020. Während ich also die Füße vertrete und gierig nach Luft schnappe, kriege ich meist den Kopf frei. Abend für Abend. Hier trifft ZEN auf Europa.