Reha:Schnack – Abschied nehmen

Packe drei Taschen.

Die erste Tasche lasse ich hier zurück, Erinnerungen, Schmerzen, zweifelnde Fragen:Stellungen. Alt:Papier & Leer:Gut meines Lebens.

Die zweite Tasche nehme ich mit nach Hause. Erinnerungen, weniger Schmerzen, ein Strauß voller Momente und Berührungen. Ein innerer Schnapp:Schuss mit den großartigen Menschen, die ich während der Reha treffen, erleben und sprechen durfte.

Die dritte Tasche beinhaltet einen Fragen:Sack und ein Ideen:Polster.

Reha: Schnack – Berührungen

Abschiede und Abreisen liegen in der Luft. Die Gesprächs: Momente gewinnen an Eindringlichkeit und Bedeutungs: Tiefe.

Ich fühle mich bewegt von den Gedanken eines anderen Menschen. ich fühle mich berührt von einer Umarmung, mittemang zwischen Brötchen und Kaffee.

Es ist, als würden wir uns rasche kleine Geschenke zuwerfen. Das fühlt sich wesentlich an, mehr als jede neue Handy:Nummer.

Der Ab:Schied wohnt im Herzen

„Irgendwo blüht die Blume des Abschieds  und streut immerfort Blütenstaub, den wir  atmen herüber, und auch noch im  kommendsten Wind atmen wir Abschied.“ Rainer Maria Rilke

Ab:Schiede sind so unterschiedlich wie Gefühlslagen. Ich erlebte einen herzzerreißenden Abschied, der mein Herz zu brechen schien. Vermisste den feierlichen Abschied an der Universität. Manchen Ort und manchen Menschen verabschiedete ich schweren Herzens. In großen Weihnachtsfilmen spüre ich rührende Abschiede und vergieße eine kleine Träne dazu. Ein schwerer letzter Abschied bei Beerdigungen. Förmlich und kurz verabschiedet aus unbehaglichen Lebensmomenten. Der kalte Abschied im Streit, der lange im Herzen klirrt.

Heute habe ich einen besonderen Menschen aus meinem Leben verabschiedet. Es fühlt sich richtig an, der Zeitpunkt stimmt, die beiderseitige Übereinkunft ist vorhanden. Traurigkeit liegt nicht in der Luft. Eher die lebendige Freude über das, was war.

Der Abschied wohnt im Herzen. Da paßt er gut hin. Da hat er es warm.

noch einmal!


„Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen.“
Aristoteles

einmal ist nichl keinmal – keinmal ist nicht einmal

Heute beginnt die letzte Woche vor der Abreise in die Reha. Erinnert an diese besondere Zeitwahrnehmung vor Weihnachten oder vor Urlauben. Der Moment, ab dem alles nur noch einmal geschieht. Noch einmal Montag! Noch einmal das leckere, selbst gekochte Essen! Noch einmal mit dem Hund durchs Viertel! Noch einmal umarmen! Noch einmal alle Unterlagen überprüfen.

Plötzlich ist es dann „keinmal mehr“ und ich werde im sehr, sehr frühen Zug sitzen, der mich ins Allgäu bringen wird. Und alles wird zu einem neuen „ein:malig“.