vom-nicht-entscheiden

Eine von Paul Watzlawicks Grundthesen „man kann nicht nicht kommunizieren“ erweitere ich heute um den Aspekt „man kann nicht nicht entscheiden“.

Ein morgendlicher Gedankenblitz bringt mir diesen frischen Satz:

Man trifft immer eine Entscheidung. Auch die Entscheidung, sich nicht entscheiden zu können. Falsch ist die Annahme, dass es einen perfekten Moment gäbe, bei völliger Abwesenheit von Angst, an dem man „DIE richtige Entscheidung“ treffe könne.

Für einen Gedankenblitz ist es eine recht komplexe Sache, das gebe ich grinsend zu!

Was ich mit in den Tag nehme, ist, dass ständig Entscheidungen stattfinden und das es vorallem darum sich dreht, weiterzugehen.

neu

Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,

Und neues Leben blüht aus den Ruinen.

http://www.friedrich-schiller-archiv.de – Wilhelm Tell, 4. Akt, 2. Szene, Attinghausen

Vertrauen…

Während das Alte stürzt,

tut mir alles weh.

Wie sich die Zeit verändert

macht mir Angst.

Das, was war und voran ging

wird abgelöst.

Unsicher blicke ich über die Ruinen hinaus.

Is there anybody outthere?

Unbekanntes grenzt an das Alt:Vertraute.

Ich mache den ersten Schritt…

Küchen:Tisch:Gespräch

leuchtende Klarheit

Mich inspirieren Begegnungen mit Menschen, die älter sind als ich. Menschen, die so manche Lebenszeit bereits durchschritten haben.

Gestern saß ich lange zusammen mit einer klugen, alten Frau. Sie fragte, wie es mir gehe. Und sie nahm sich die Zeit, meinen Antwort:Stücken zuzuhören.

Sie erzählte aus ihrem Erfahrungs:Fundus. Von der Unausweichlichkeit der Veränderungen. Von den Wegkreuzungen, die eine Entscheidung abverlangen. Und auch davon, dass man nicht immer zu dem Start:Punkt zurückkehren kann.

Das hat mich berührt und bewegt. Kluge, alte Menschen sind etwas Wunderbares. Danke.

von der Leistung

Johann Wolfgang von Goethe: „Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden.“

Leistung beschreibt eine körperliche oder geistige Arbeit.

Stets verbunden mit einer Bewertung und Wertung.

In der Physik beschreibt der Begriff Leistung das Verhältnis aus verrichteter Arbeit zur  benötigten Zeitspanne, die Fähigkeit, in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Arbeit zu verrichten.

Richten und verrichten und berichten und vernichten. Erreichen, vollbringen, zustande bringen. Nützliche und nutzbare Leistung. Das übertragen wir auf menschliche Leistungen. Als wären wir Menschen ein Motor oder ein Teleskop.

Was, wenn die unternommene Anstrengung nicht das zu erzielende Ergebnis produziert?

Das Wort leisten hat eine sprachliche Herkunft, die bedeutet: einer Spur nachgehen.

Das ist eine weiche Verbindung:

ich habe einen Geruch in der Nase und folge ihm, vielleicht bis zu einer Currybude!?

Einer persönlichen Spur nachgehen, um einen Weg zu erkunden und ein Ziel zu erreichen.

Ich leiste mir Zeit.

Ich leiste mir Gesellschaft.

Ich leiste mir Denken.

Neu:Denk:Wege

wenn ein Weg nicht mehr weiter führt

gibt es mehrere klassische Optionen:

  1. umdrehen und zu einem bekannten Punkt zurückkehren
  2. mit dem Kopf durchs Gestrüpp nach dem Motto „wo ein Wille, da ein Weg“
  3. nachdenken, wie es zu diesem „nicht weiter kommen“ gekommen ist
  4. umsehen, ob man eine/n sieht, die weiterhelfen kann
  5. hinsetzen und eine Runde „ins Leid fallen“, wehklagen & beklagen
  6. innehalten, durchatmen, versuchen, den Wendepunkt zu erspüren
  7. der Wanderkarte die Schuld geben!

Mach´mal Pause!

Seit Monaten

denke ich fast unentwegt nach.

Seit Monaten

suche ich fast unentwegt nach Lösungen.

Ich bin emsig, fleißig und ziel:versessen.

Und doch entziehen sich mir die Lösungen.

„Kommen lassen“, einfach mal „kommen lassen“

satt unentwegt am Elf:Meter:Punkt zu verharren

in bang-konzentrierter Erwartung auf das alles entscheidende TOOOOORRRR!!!!!

Gehe heute an den Spiel:Feld:Rand und mache eine Pause!

Hoffentlich sehen mich der „innere Schieri“ und der „innere Trainer“ und der „innere Manager“ und der „innere Mannschaftsführer“ und das „innere Publikum“ nicht!!!

vom draussen

über die Hügel stromern

entlang des Baches waten

durch den Wald laufen

über die Wiese purzeln

am Strand schlendern

über Pfützen springen

auf Bäume klettern

in Kuhlen liegen

in Gärten Erdbeeren naschen

auf Feldwegen hüpfen

an Teichen ruhen

zu meinem Glück gibt es das „draußen“

das aus sich selber heraus IST

wo ich bloß SEIN kann.