Baby Sinclair: „nicht die Klinik!“


ein sperriger Weg

Entdecke gerade auf der therapeutischen Ebene, das meine Traumata auf drei reale Krankenhausaufenthalte in  der Kindheit zurückzuführen sind. Prompt kommt die Zusage zu meiner aktuellen Rehabilitation. Alle um mich rum klatschen vor Freude und Erleichterung: „Endlich geht es für Dich weiter!“. Danke, das stimmt auch. Natürlich sehe ich die einmalige Chance, weiterzugehen und vielleicht sogar den uralten Schmerz, der mein Leben einschwärzt, aufzulösen. Ich kann mich aber nicht so freuen…So oft ich das Wort „Klinik“ auch ausspreche, es bleibt sperrig und tippt sofort an die Paniktüre.

Habe die Idee, den heutigen Tag zu nutzen und zu einer nahe gelegenen REHA-Klinik zu fahren. Werde mich inkognito durch die Gänge schleichen und in offene Räume spinksen. Mich ein wenig gewöhnen, an das, was für mich zu einer real erinnerten Todeserfahrung gehört. Vielleicht kommt in meiner Seele endlich an, dass es ein grausames GEFÜHL ist, an das ich mich ERINNERE. Heute kann ich das umweben mit neuen Erfahrungen, mit halt:gebenden Gedanken.

Auszug aus meinem TraumaText dazu:

Damenwahl

habe so viele Jahre

mit Gevatter Tod getanzt

suche mir einen neuen Tänzer

Trilogie zu Schuld


  1. Akt

Schuld ist kein Gefühl.

Es ist ein rückwärts gerichtetes Denken.

Die Gefühle dazu tragen andere Namen: Scham, Angst oder Traurigkeit.

Der Weg in die Freiheit ist, den Unterschied zu erspüren und eine Wahl zu treffen.

Entweder die nach Strafe+Sühne lechzenden rückwärts gerichteten Schuldgefühle oder für die eigene Verantwortung inklusive der Konsequenzen und einem furchtfreien Blick nach Vorne.

2. Akt

Lebenskunst entsteht, wenn es nicht um SchuldGEfühleGEdanken geht sondern um verANTWORTung,

wenn die nach ANTWORT sehnende Frage lautet: wie verwandele ich erlebtes Leiden und die innewohnenden Gefühle in etwas Klares & Starkes für mich?

Unrecht und Leid kann mir jederzeit zugefügt werden, ist nicht verhinderbar, nicht löschbar, nicht ignorierbar.

Die Wahl:Freiheit

entsteht in der ruhigen Fragestellung:

was ist mein Anteil?

Was tue ich, damit es besser wird?

Statt stumm-gekränkter Schuldigkeit schicke ich einen munteren Satz los:

„Dafür übernehme ich die Verantwortung“.

Tue ich das nicht, übergebe ich den anderen „meine schöne ICH-Insel“ und schwäche mich

3. Akt

In meinen Gedanken liegt die Freiheit in eine eigene verANTWORTung hineinzuwachsen.

Epilog

Keine Schuld mehr! Neue Fragestellungen! Sichere verANTWORTung!

Von „Gewissens-„ Kobolden

Zum Glück bin ich nicht gewissenlos!

Die moralischen Bausteine aus Kindheit & Kulturkreis  leiten mich gut.

Bloß,..

meine persönlichen Haus-Kobolde

Ein kindlicher Kodex-Kobold treibt sein Unwesen, jagt genüsslich die Gewissheiten davon und verteilt Gewissens:Bisse.

Fatale Kopplungen aus Verhalten+Strafen, entkräftigenden Glaubenssätzen

 mit dem Sahnehäubchen „schlechtes Gewissen“ zur Selbstbestrafung.

Stelle mich dem Kobold entgegen und mache ihm eine Ansage:

„ich habe eine klare ethische Kraftquelle und es ist aufregend, mich gewissenhaft zu verhalten. Du darfst gerne wild und neckisch sein, aber mit den Gewissensbissen hörst du ab sofort auf!“

mir scheint, ich hörte ein schelmisches JA!!!!!!!!

Erinnerungsgedankenreste

eine Gefühlserinnerung kann eine verschlossene Türe sein
oder der Eingang zu einem Paradies. Wähle selbst!

Eine Gefühls:Erinnerung aus dem Wahrheitendurcheinander:

  „eine mütterliche Liebe
liegt nicht
als schützender Segen
auf meinem Leben. „

Schwer, Kind zu sein. Schwer, erwachsen zu werden.

Heute erschlage ich diese Erinnerung.

Sitze inmitten der Bruchstücke.

Fege die Spiegelsteine zusammen.

Verlasse für immer diesen Ort.

Ein Spiegelbild weniger.




Wortdrehereien oder: das habe ich nicht verdient!


Das hast du verdient!

Ja, das habe ich verdient.

Das geschieht dir recht!

Ja, das geschieht mir recht.

Das verdienst du nicht besser!

Ja, das verdiene ich nicht besser.

Das ist deine verdiente Strafe!

Ja, das ist meine verdiente Strafe.

Womit soll ich all´das verdient und verschuldet haben?

Kam doch ohne Schuld zur Welt.

Die großen Menschen suchten sich mich kleinen Menschen aus:

Das Lasten:Lager:Kind.

Verlor immer mehr das Recht

auf meine gefühlten und ausgesprochenen Gefühle.

DAS HABE ICH NICHT VERDIENT!!