ZEIT 7 – meine Dinge:Uhr

Zwei Mal im Jahr aktiviere ich meine Dinge:Uhr. Ich zähle nicht in Stunden oder Tagen, sondern mit Dingen. Vor jedem Urlaub kommt der Augenblick, an dem ich vor Ungeduld platzen könnte, manchmal Monate vor Urlaubsbeginn, manchmal nur zwei Wochen früher. Dieses Gefühl aktiviert die Dinge:Uhr. Jeden Tag lege ich EINE Sache für die Reise bereit. Unmerklich bis merklich füllt sich eine Ecke im Haus mit Wäsche, Reiseführern und Reise:Kram.

Spätenstens ab November meldet sich die adventlich-weihnachtliche Dinge:Uhr energisch zu Wort. Jeden Tag hänge ich im Treppenhaus eine rote Kugel auf, im Wohnzimmer einen Stern. Je voller alles wird, desto mehr jubiliert meine Seele, die Zeit vergeht sicht:bar in Richtung eines Höhe:Punktes im Jahreskreis.

ZEIT 6 – Uhr:Zeit

stehende Küchen:Uhren.

Mein Haus ist gefüllt mit Uhren, deren Zeiger stehen. Eine tickende und blinkende Uhr zeigt mir nur das Nicht-Aufzuhaltende. Mein Mann füllt hingegen das Haus mit Funk:Uhren und Wetter:Stationen. Unser Haus ist SMART und Uhr:Zeitlos zugleich, im stillen, friedvollen Nebeneinander. Digitale Daten:Fülle wohnt neben ent:takteten Ziffernblättern. Wir sind zeitlos modern.

ZEIT 5 – zeitlebens

Wer nicht von Wenigem zu leben versteht,
wird zeitlebens ein Sklave bleiben.
Horaz (65 – 8 v. Chr.)
zeitlebens – lebenszeit

„Zeitlebens“ ist gleichbedeutend mit Lebens:Zeit. „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“ sagt der KLEINE PRINZ von Antoine de Saint Exupery. Zeitlebens ist ein großes Wort und ich möchte gerne, dass ein Satz mit diesem Wort fröhlich-ungefangen und leichtfüßig weitergeht:

Sie hat zeitlebens keine Witze erzählen können!

Sie hat zeitlebens ihren Optimismus nicht verloren!

ZEIT 3 – Zeit nehmen

ich nehme mir Zeit

Mir Zeit nehmen – wo hole ich die denn her? Ist es eine andere Zeit, die mir vorher nicht gehörte? Gibt es eine Kessel mit meiner Lebens:Zeit, aus der ich mir Zeit herausnehme? Muß ich für diese Zeit einen Tribut zollen?

Ist denn nicht alles MEINE Zeit? Gehört mir die Arbeits:Zeit nicht? Ist nur Familien:Zeit die richtige Zeit oder die Eigen:Zeit? Muß Frei:Zeit gestaltet werden oder kann sie verstreichen?

Ich habe die Lebens:Zeit geschenkt bekommen. Da gibt es nichts zu sparen, zu nehmen oder zu vertreiben. Zeit ist immer. Meine Zeit ist ebenfalls immer.

ZEIT 2 – Druck

zeitdruck – druckzeit

Zeit:Druck.

Druck:Zeit.

Die Zeit drückt.

Die Zeit drückt auf mein Herz.

Zeit:Druck ist herz:los.

Herz:Druck. Blutdruck. Hoch:Druck.

Das Herz wehrt sich. Gegen:Druck durch bedrücken, unterdrücken, bedrängen und sich selber drängen.

Das Gegen:Teil von Druck ist: selbstbestimmt und in Übereinstimmung zu sein.

ZEIT 1 – Vertreib

Keine Zeit zum Zeit:Vertreib.

Die Zeit, die stets Lebens:Zeit ist, zu vertreiben ist für mich eine seltsame Idee. Ablenkung & Zerstreuung. Antreiben & Vertreiben. Sich mit etwas die Zeit zu verkürzen, z.B. gegen die Langeweile.

(Lebens:)Zeit ist ein ungebetenes Geschenk des Lebens. Man kann es wegwerfen, vertreiben oder aushalten. Nehme ich das Geschenk der Lebens:Zeit an, möchte ich es leben, genießen und gestalten. Zu vergeuden oder zu vertreiben habe ich nichts von diesem knappen Gut.