word:press:danke:schön oder: von den Wort:Perlen

Vor sechs Wochen habe ich begonnen, über WordPress meine Tagesfundstücke zu schreiben. Zuerst ist es ein Ersatz für den Verlust meiner Tagebuch-Freundin-Mitleserin, für meine Muse, die mich Tag um Tag 14 Jahre lang schreiben ließ.

In der nächsten Phase will ich, dass alle Verwandten und FreundINNEN und alle, die mich kennen, mir nun lesend „folgen“ . Das dauert nur zwei Tage! An diesen Tagen habe ich viele Anrufe zu tätigen, um zu überzeugen, dass es mir wirklich gut gehe.

In der dritten Phase entdecken die mir fremden Menschen meine Worte. Aufregend, unerwartet, kurze Eitelkeitsbepinselung.

Die vierte Etappe bei WordPress bringt eine Überraschung: die Kommentare. Auf hohem und wohlgesinnten Niveau reagieren Menschen auf meine Worte, auf mein Leben, auf mich. Es entsteht Resonanz, wie man heute so sagt. Dafür möchte ich heute ein sehr inniges Dankeschön sagen. Es sind Wort:Perlen im großen, schnellen Zuviel. Ein besonders Dankeschön an Nanett, die täglich zurückschreibt und mir wiederum ihre Worte schenkt.

himmel:farb:ton

In einem Museum im fernen französischen Hinterland gab es eine Ausstellung. Orte und Namen sind mir längst entfallen. Eine Kunst:Arbeit rührte jedoch tief. Ein Maler malt den Himmel. Tag und Tag. Auf Schieferplatten, die im verfallenen Nachbarhaus zur Genüge herum liegen. Steht man vor den „Farben des Himmels“ ist der erste Eindruck: „wie unrealistisch ist das denn!“

Indem man verweilt, sich Tafel um Tafel zu Gemüte führt, beginnen sich Erinnerungsbilder zu formen. Ja, ein kalter Herbstabend kann rosa sein, der Sommerhimmel an meinem Geburtstag ist vom knalligsten Blau, das die Welt kennt.

Mich rührt die Idee. Mich rührt das Material. Mich rührt das „tagumtag“. Mich rührt es, in den Himmel zu schauen und seine Farbigkeiten zu ergründen und festzuhalten. Mich rührt heute am meisten, dass der Himmel immer da ist.