sorg:los die sorgen los

„Sorge“ entspringt zweierlei Quellen, zum einen dem Verbalstamm *suergh– „sich um etwas kümmern“ und zum anderen dem Verbalstamm *serg(h)– „krank sein“, aus diesem Grund sind bis heute zwei verschiedene Bedeutungen anzutreffen: 1.: „quälende, innere Unruhe, seelische Gedrücktheit“ und 2.: „Bemühung“

Quelle: https://www.wissen.de/wortherkunft/sorge
das Herz sei sorgen:frei

SorgeN.

Sich sorgen ist Verantwortung und Last zugleich.

Sorge tragen ist Verantwortung und Last zugleich.

Sorge ist nicht per se etwas Schwieriges/Belastendes.

Ich sorge neuerdings für meine neuen Zimmerpflanzen.

Ab jetzt gilt: Sorgen:Freiheit für mich. Dosierte Besorgtheit/Verantwortung für andere

leise

mir ist nach … leise ...

leises Rascheln

leise Atemzüge

leise Musik

leise Schritte

ein leiser Händedruck

wie schön,

alles ist sanft und zart

wie angedeutet

das gilt auch für

die leise Verstimmung

das leise Bedauern.

Mache heute nicht den leisesten Versuch,

die leisesten Widersprüche und Zweifel aufkommen zu lassen.

Gönne mir eine leise Anspielung,

dass alles besser wird.

Psst! Und jetzt leise lächeln!

von der Zuversicht

Zuversicht bedeutet: festes Vertrauen zu haben,

daß etwas gut wird oder sich zum Gutes wendet.

Diese Haltung ist nur möglich,

wenn man daran glauben kann,

wenn das Zutrauen in sich selber groß genug ist,

wenn man auf ein profundes Vertrauen zurückgreifen kann.

Ist die die Sicht zu(gestellt), ist Vor:Sicht geboten. Aus Zuversicht einen Steg über den Gefühls:Morast zimmern? Kann ich das?

Setze ich mal voraus, dass ich die Tugend der Zuversicht kultivieren möchte/kann, was würde ich dann tun?

Dieser Antwort kann ich mich nur nähern, indem ich über das Gegenteil eine Verbindung herstelle. Wenn sich Bedenken und Zweifel breit machen, wäre ein perfekter Moment, Zuversicht ins Spiel zu bringen. Auch wenn ich nicht glaube und hoffe, schlage ich mich auf die Seite einer zuversichtlichen Haltung: „es wird schon gut werden!“

Mantra „eins“

Ein anstrengendes Projekt, nur jeweils „eins“ zu tun.

Dafür braucht es eine Kämpferin und Abenteurerin.

Denn: in diese Welt paßt das überhaupt nicht!

PANO_20160814_081055Bewege mich durch einen Wald an Forderungen, Anforderungen, Verlockungen und Ablenkungen.

Am deutlichsten zu bemerken, wenn ich das Handy aktiviere, um z.B. zu gucken wie lange der Eissalon geöfnet hat. In Nanosekunden bin ich von dieser Recherche abgelenkt. Sehe zuvor die Updates, die Benachrichtigungen per MAILSMSSIGNALWHATSAPPPPPP, Neuigkeiten aus der Welt und Wetterhinweise.

All das bloß beim ersten Berühren des Displays. Wehe, wenn nur eine Information mir wichtig erscheint und ich sie öffne. Genau jetzt habe ich wirklich aus dem Kopf verloren, was ich suchen wollte.

Okay, die Lust auf ein Spaghetti:Eis blieb richtungsweisend und unvergessen!

Ein erster Erfolg als Abenteurerin der Stille und des EINSNACHDEMANDEREN:GEHEIMNISSES.

SchlendrianA


SLENTERN (aus dem niederdeutschen) Wortursprung des Schlenderns: ohne Ziel langsam umhergehen. Alle späteren Deutungen gehen in negative Wertungen, zu langsam, ohne Motivation und Ziel, Trägheit und Nachlässigkeit. Müßiggang gehört in eine vergleichbare Wortfamilie.

Es ist nicht einfach gegen diese Definitionen anzugehen und dem Wort Schönheit und einen guten Sinn zuzuweisen.

Müßig schlendere ich heute durch den Sonnenschein. Egal, wer mich als zu langsam und ineffektiv erachtet. Mir gehört heute die Langsamkeit, bin eine wahrhaft bemüht-übende SchlendrianA (ergänzt um eine weibliche Endung!)

noch einmal!


„Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen.“
Aristoteles

einmal ist nichl keinmal – keinmal ist nicht einmal

Heute beginnt die letzte Woche vor der Abreise in die Reha. Erinnert an diese besondere Zeitwahrnehmung vor Weihnachten oder vor Urlauben. Der Moment, ab dem alles nur noch einmal geschieht. Noch einmal Montag! Noch einmal das leckere, selbst gekochte Essen! Noch einmal mit dem Hund durchs Viertel! Noch einmal umarmen! Noch einmal alle Unterlagen überprüfen.

Plötzlich ist es dann „keinmal mehr“ und ich werde im sehr, sehr frühen Zug sitzen, der mich ins Allgäu bringen wird. Und alles wird zu einem neuen „ein:malig“.

ein:halt


Halt geben können uns in erster Linie jene, die viel von uns halten.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker
Quelle: Ferstl, Zwischenrufe, 2000

HALT ist ein ungewöhnlich vielseitiges Wort, über das ich in diesen „verHALTenen“ Tagen nachdenke. HALT als Anweisung zum „inneHALTen“, einander HALT geben in überfordernden Tagen.

DurchHALTeparolen bekommen wir gratis und täglich. HALTende Worte, Umarmungen und Hilfsangebote ebenso. Danke dafür.

AusHALTen scheint die Option der Stunde, ebenso wie durchHALTen und standHALTen. Alles klingt verHALTEN. Unter VorbeHALT werden wir von unserem LebensinHALT und unserem HausHALT gehalten.

Fremdeln in Frankreich


Tag 1

stadtplan unlesbar in schriftgröße 2

regenschauer treiben

einheimische und fremde

durch die häuserschluchten

durchwässert sind rucksack und gemüt

abends umgarnen pasta&wein die fremdheit.

Tag 2

am verhandlungstisch sitzen

die angst, die vorurteile,

die abenteuerlust und der mut.

es ist urlaub,

sie finden rasch eine übereinkunft

sich auf kurze zeit

im fremden

zu beheimaten.

wo ist die seelische wasserscheide

von befremdlichbedrohlich und aufregendunvertraut

im alltäglichen leben?

Tag 3

mir fließen in der unbekannten stadt die tränen

beim anblick eines steines

 in der ausstellung von Lee Ufan „die Zeit bewohnen“.

seine welt ist vom ich reduziert

zugunsten von raum und stille.

in der  kühlen weite des nicht:ich:raumes

bin ich unerwartet verbunden und nicht allein.

Streifenkunst

Danke an C., die diese drei Tage an meiner Seite war, um die engen Grenzen der Erkrankung auszutesten und auszudehnen.