Schreib:Tisch

Schreib:Tisch in action!

I had a dream, – den Traum eines eleganten, kleinen Schreibtisches. An selbigem sitze ich, ebenfalls elegant, und schreibe in schönster Schrift auf bestem Papier.

Meine Schreibtische sind in Wahrheit Multifunktions:Tische. Kommt das eine drauf, muss das andere weichen.

Am Jugendschreibtisch, eine Modernisierung in den 70iger Jahren, schleppe ich mich durchs Abitur. Am Resopalküchen-WG-Tisch schleppe ich mich durchs Examen. Der riesige Birnenholzschreibtisch für LinkshänderINNEN (ein runder Auszug auf der rechten Seite!) trägt mich durch die berufliche Selbständigkeit. Einen uralten Küchen:Tisch schleppe ich mit meiner Schwester im Jahr 2015 aus einem französischen Second-Hand-Laden. Ein motivierter Schreiner ohne Farb:Gefühl restauriert ihn. Aktuell scheint das der Höhepunkt meiner Schreib:Tisch:Reise zu sein. Die PC-Anlage nimmt 20% in Beschlag. Fast jeden Tag räume ich den Tisch leer, damit meine Augen sich ausruhen können. Für größere Arbeiten ist er zu schmal und so packe ich die Weihnachtspakete auf dem Fußboden.

Ob es einen perfekten Tisch gibt? Will ich einen solchen Alleskönner? Einen Tisch nur zum Schreiben benötige ich wohl garnicht. Das ist nur eine weitere Selbst:Wunsch:Vorstellung. Ich kann überall schreiben und Pakete verpacken.

Hand:Schrift

Mit der Seele schreiben von OLA

Hab keine Angst_Kalligraphie_2019.jpg
hand:geschrieben

„Das Schlusswort zu diesem Artikel gehört definitiv Heike vom diamantwörter.blog. Sie gehört zu den wahrscheinlich wenigen, die seit langen Jahren regelmäßig mit der Hand schreiben. „Meine Seele liebt die Geschwindigkeit der Schrift“, schreibt sie mir. Wie wundervoll. Eine Schrift, die so schnell über das Papier fliegt wie die Gedanken und Gefühle fließen. Etwas, um davon zu träumen.Und sie zeigt, dass diese Verbindung zwischen Kopf und Hand, und Herz und Hand etwas ist, das wahrnehmbare Kreativität und und anfassbare Werke schafft. Mit chinesischer Tusche und Pinsel  bringt sie Emotionen aufs Papier. Mit der Seele schreiben. Lohnt es sich nicht, wieder damit zu beginnen? „

Hier ist der vollständige Beitrag: https://wordpress.com/read/blogs/39123058/posts/5966

Brief:Schulden

Bin eine lebens:lange Vielschreiberin. Vielleicht gewesen? Häufig fühle ich nun eine Brief:Schuld. Was bisher freudige Pflicht und Lust war, gerät mir zur Last. Trotz dem hundertfach bewiesenen Wissens, dass es fürs Schreiben richtige Augenblicke gibt, fällt es mir schwer, loszulassen. Die Brief:Schuld soll schnell vom Schreib:Tisch runter. „Ich wollte doch noch…!“ „Ich muß unbedingt kondolieren!“ „Diese Karte sollte vor Wochen zu D. abgeschickt werden!“ Das ist bedauerlich für das schöne Tun des Briefeschreibens. Es kann sein, daß ich mir zuviele Brief:Schulden auflaste. Im Schnitt schreibe ich 5 Briefe und ebensoviele Postkarten im Monat. Das beschwerliche Gefühl entsteht, wenn ich glaube, etwas schuldig zu sein. Der Brief an den Freund, dessen Frau im Sterben liegt. Die Fragen meiner ältesten Freundin, auf die ich keine Antworten weiß. Die selbst auferlegten Schreibpflichten zu Menschen, die mir schreiben, die mir gute Besserung wünschen. Denen ich gerne zurückschreiben möchte, aber keine echten Erwiderungen finde. Es ist also ratsam, nicht das Briefeschreiben in den Focus zu nehmen in seiner Quantität, sondern die Leichtigkeit oder Schwere des Anlasses. Zudem entschleunige ich den Antwortzeitraum auf „in diesem Monat“. Die Enge der Selbst:Pflicht aufzulösen zugunsten von „eine Antwort schuldig zu bleiben“ und dem Vertrauen, dass ich das tue, was ich tun kann, das schreibe, was ich schreiben kann.

von den Ursachen

Besteht ein Zusammenhang

zwischen der wolkenverhangenen Abwesenheit

der Alpen

und dem Einzug einer kontaktfreudigen Stubenfliege

in mein Zimmer?

Wir konstruieren täglich

absonderliche Wenn-Dann-Weil-Konstruktionen,

abenteuerlichste Erklärungen,

warum wir sind, wie wir sind.

Ich sehe heute einen direkten Zusammenhang,

dass ich statt der Berge

eine Stubenfliege zu betrachten habe.

Für morgen wünsche ich mir aber mein altes Leben mit Alpenblick zurück!

Und der emsige Maulwurf in der Grünanlage kann für all‘ das garnichts. LACH !