Abschieds:Wörter

Meine Liste der Wörter, von denen ich mich hier+heute verabschiede:

multi:passioniert & multi:tasking

Mehrfachaufgabenperformance

gleichzeitiges Verrichten mehrerer Tätigkeiten

continuous partial attention / ununterbrochen teilweise Aufmerksamkeit

Fand mich mal gut in der vermeintlichen Ausübung dieser Wörter. Das sehe ich heute anders. Es tut mir garnicht wohl. Es erhöht die Fehlerquote, es drückt den Stress:Pegel durch die Decke, die Ergebnisdichte wird nicht besser. Falscher Stolz. Adieu ihr Wörter!

mich leben

Was wäre, wenn ich mich leben würde,

in meinen „Nö´s“, während alle anderen „JA!“ rufen?

Was wäre, wenn ich mich leben würde,

durchaus mal müde zu sein, während andere sich zum „iron man/woman“ anmelden?

Was wäre, wenn ich mich leben würde,

die Seelen:Brand:Siegel aus uralten Sätzen für ungültig erklärte?

Was wäre, wenn ich mich leben würde,

ohne fragwürdige Vergleiche anzustellen, die niemand gewinnen kann?

Was wäre, wenn ich mich leben würde,

statt mit einem transparenten, gerne übersehenen Tüchlein um Hilfe zu winken, mal zur Signalflagge greifen würde?

vom Willen

Elfriede Hablé: „Dem stärksten Willen fehlt oft die Kraft, die einer zarten Emotion selbstverständlich ist. “

Ich kann meinen Willen bekommen und jemand anderen den Willen lassen. Mein Wille kann unerschütterlich und schwankend sein. Dank meines guten Willens geht es immer irgendwie, doch manchmal kann ich mir beim besten Willen nicht helfen und es geschehen Dinge gegen meinen Willen. Im Willen steckt Lebensstärke. Vor lauter entschlossenem Willen übergehe ich die Gefühle und muss wider Willen darüber lachen.

not the right moment

Zufall:Entscheidung:Pech:Momente:Glück:Leben

Die das Seelen:Pflänzchen plattmachende Kalenderweisheit „vom richtigen Zeitpunkt“ verbanne ich aus dem Trost:Repertoire. Das ist kein Standard im Leben. Wenn andere diese Gewissheit in sich tragen, schön für sie. Mein Erleben ist bunt gemischt: „Verdammt, das ist viel zu früh!“ und „Mist, jetzt habe ich zu lange gewartet!“ Mitten:drin ruht manchmal hineingewürfelt der „richtige Zeitpunkt“. Magisch verbinden sich Fragen und Antworten zu Glück.

von der Erwägung

mein richtiger Platz

Ob es einen „richtigen“ Platz in der Welt für jeden Menschen und auch für mich gibt?

Im aktuellen Vergleich wirke ich ohne Ziel und Orientierung, meine Lebens:Mit:Menschen wirken, als hätten sie alles im Griff.

Ziehe in Erwägung,

mir darum keine Sorgen mehr zu machen. Wer definiert denn? Vielleicht bin ich genau da, wo ich sein soll, wo es etwas Aufregendes zu lernen gibt?

Ziehe in Erwägung,

dass trotz Krankheit und Leidensdruck, ich hier & jetzt richtig und vollständig bin.

Ziehe in Erwägung,

dass im Loslassen und An:Vertrauen  das Sehnsuchtsziel „BIN AN MEINEM PLATZ“ zu erreichen ist. Das könnte die ganze Sache verdammt einfach machen. Wenn der „richtige Platz“ nicht woanders ist, in einem fernen Land, unter einen anderen Sonne ist. Sondern genau jetzt, während ich diese Zeilen schreibe?

Ziehe in Erwägung,

dass mein Platz überall da ist, wo ich BIN. Das kann mir niemand wegnehmen, wenn ich mich entscheide, zu SEIN. Da:Zu:Sein. Hier:ZU.Sein.

Verschiebe:Bahnhof

Parken verboten!

Rangierbahnhöfe bestehen aus einem großen (Lebens-)Schuppen. Zahlreiche Gleise verbinden den Schuppen mit den (Lebens-)Zielen. Ein endloses HIN und HER, um neue Ordnungen zu schaffen, um die richtigen Gleisstrecken auszuwählen.

Ich bin in meinem Leben an einem solchen Rangier:Moment angekommen. Sitze vor dem (Lebens-)Schuppen, trinke Tee und hoffe das Beste.

vom-nicht-entscheiden

Eine von Paul Watzlawicks Grundthesen „man kann nicht nicht kommunizieren“ erweitere ich heute um den Aspekt „man kann nicht nicht entscheiden“.

Ein morgendlicher Gedankenblitz bringt mir diesen frischen Satz:

Man trifft immer eine Entscheidung. Auch die Entscheidung, sich nicht entscheiden zu können. Falsch ist die Annahme, dass es einen perfekten Moment gäbe, bei völliger Abwesenheit von Angst, an dem man „DIE richtige Entscheidung“ treffe könne.

Für einen Gedankenblitz ist es eine recht komplexe Sache, das gebe ich grinsend zu!

Was ich mit in den Tag nehme, ist, dass ständig Entscheidungen stattfinden und das es vorallem darum sich dreht, weiterzugehen.

von der Veränderung

Aktiv sein und die Limo in ein kleineres Glas schütten! Das Leben kann so einfach sein!

Beim Internetsurfen stoße ich auf eine Formulierung von Robert Belz, einem Motivator und Autor, die sinngemäß lautet: „Sei selber die Veränderung, die Du Dir wünschst.“

Mich berührt und beeindruckt der vermeintliche schlichte gedankliche Ansatz, weniger auf Veränderungen im Außen zu warten, wie wir es ja viel lieber tun.

Ich schütte heute meine Zitronen:Limo in ein kleineres Glas und genieße die Fülle.