Der tote Winkel

raus aus dem toten Winkel

Mein Blick:Winkel in die Welt ist ausgerichtet, mir die Welt aus Sicht der anderen zu erklären. Er ist nicht frei und weit:winkelig.

Ich stehe im toten Winkel. Der Über:Blick ist mir abhanden gekommen, habe das ungute Gefühl, ich sehe etwas nicht und werde nicht gesehen.

Der tote Winkel ist ein geheimnisvoller Ort und wer darin verloren geht, ist unsichtbar, ohne es zu sein. Wirkungslos im toten Winkel zu winken, zu rufen, auf jede erdenkliche Art sich bemerkbar zu machen.

Trete ich nicht einen Schritt aus dem Winkel hinaus, bleibt es Gezappel auf der Stelle. Muss etwas vor:gehen/nach vorne gehen, um wieder ein Sicht:Feld zu erhalten.

Po:Panz

Ein Popanz ist ein Schreckgespenst.

Der althergebrachte Ausdruck einen Popanz aufbauen bedeutet sinngemäß, aus einem bestimmten Grund beträchtlichen Wirbel um etwas zu machen. Ich habe es mit einem sich behaglich eingenisteten Seelen:Popanz zu tun.

Popanz ist zu meinem Glück eine maßlos überschätzte Bedrohlichkeit. Eine künstlich hergestellte Strohpuppe, ausgestopft mit Angst:Halmen, die sich popanzig aufplustern. Ihr Ziel ist es, mich einzuschüchtern und Furcht:Szenarien aufzubauen. Mehr Schein als Sein.

Im Rheinischen gibt es den Ausdruck Pänz für Kinder. Spiele ich mit den Buchstaben und mache aus dem A ein Ä ergibt sich ein neues Wort Po:Pänz. Kindereien, die mir am Po vorbeigehen. Beim nächsten Angriff des Popanz rufe ich ihm kindlich-ausgelassen zu: Po:Pänz! Du bist nur ein Po:Pänz!!

der Geist ist hungrig

Mein Gehirn langweilt sich schnell. Gibt es keine interessanten Sinnes:Eindrücke, z.B. auf einer allzu vertrauten Auto:Strecke oder in schlaflosen Nacht:Momenten, öffnet es verstaubte Kammern. Grad´aus Spaß an der Freud´! Grübel:Schub:Laden, Blut:Flecken der Erinnerungen, Koch:Rezepte, Konflikt:Endlos:Schleifen.

In seiner unruhigen Hungrigkeit nimmt es sich alles vor, nimmt sich alles raus. Mich, in den unteren Nicht:Gehirn:Regionen strengt das fürchterlich an, während im Kopf die Mäuse tanzen.

Ich überlege, wie ich der quengeligen, infantil anmutenden Seite meines Gehirns Ablenkung und Spaß vermitteln kann, damit es mich mal in Ruhe läßt. Gedichte rezitieren, Zahlen addieren, mich exakt an Urlaubstage erinnern, – altmodische Fleiß:Aufgaben können für Entspannung sorgen.

Es hilft mir, den Geist als immer hungig zu betrachten, auf der Suche nach verwertbarem Denk:Futter. Das nimmt dem Grübeln und der Schlaflosigkeit die Schärfe.

Not:Fall:Tasche

Freie Fahrt!

Schwangere, Kranke und die meisten sehr alten Menschen haben eine Klinik:Tasche gepackt und bereitgestellt, falls es mal schnell gehen muss.

Solch‘ eine Tasche könnte auch ganz anders gepackt sein. Meine Idee ist es, eine kleine Reisetasche zu packen. Kulturbeutel, ein gutes Buch, ein Handtuch, Wäsche zu wechseln, Ladekabel und eine Lesebrille. Diese Tasche steht entweder im Flur oder liegt im Auto. So kann ich JEDERZEIT losgehen. Brauche nicht lange zu überlegen. Schnapp mir die Tasche und los!

Fluß des Lebens und Kopf:Sprung

auf die ruhige Tour?

Wie möchte ich durch den Fluß des Lebens? In einer Gruppe, im ruhigen Gewässer und geleitet?

mittenmangdrinne!

Oder mit zwei Füßen hinein in den freien Fluß?

Im Grunde brauche ich das nicht VOR:zuentscheiden, sondern kann es dem Fluß des Lebens selber überlassen. Wichtig ist wohl vielmehr, dass ich mit den jeweiligen Strömungen umgeben kann. Mit der ruhigen Bootsfahrt, der stürmischen See und dem Kopf:Sprung in den Fluß.

Mantra:Mantel 15- Wundersatz

Zartes Herz.

Inmitten von Büchern, Podcasts, Gesprächen und therapeutisch-medizinischen Anwendungen ist mir ein kleiner Satz ins Gemüt gefallen: „Egal, woher es kommt und wie es entsteht, das Wichtigste ist die tiefe Entspannung.“ Das ist MEIN Mantra, weil es den Erfolgsdruck von den einzelnen Methoden nimmt. Zudem ist es ein Ziel, das die Komplexität der Probleme, Schmerzen und Stressoren zusammenfaßt für das Gefühl, EINS mit sich und seinem Sein zu sein. Der Satz schenkt mir die Möglichkeit, in mir ruhend die Wäsche aufzuhängen oder Hagebutten zu ernten oder im Sessel eingekuschelt Tee zu trinken. Als leistungsfixierter Mensch erlebe ich in dem Satz eine große Freiheit, ein sanftes Ziel und viel, viel Gewissheit, es richtig zu machen.

Brief:Schulden

Bin eine lebens:lange Vielschreiberin. Vielleicht gewesen? Häufig fühle ich nun eine Brief:Schuld. Was bisher freudige Pflicht und Lust war, gerät mir zur Last. Trotz dem hundertfach bewiesenen Wissens, dass es fürs Schreiben richtige Augenblicke gibt, fällt es mir schwer, loszulassen. Die Brief:Schuld soll schnell vom Schreib:Tisch runter. „Ich wollte doch noch…!“ „Ich muß unbedingt kondolieren!“ „Diese Karte sollte vor Wochen zu D. abgeschickt werden!“ Das ist bedauerlich für das schöne Tun des Briefeschreibens. Es kann sein, daß ich mir zuviele Brief:Schulden auflaste. Im Schnitt schreibe ich 5 Briefe und ebensoviele Postkarten im Monat. Das beschwerliche Gefühl entsteht, wenn ich glaube, etwas schuldig zu sein. Der Brief an den Freund, dessen Frau im Sterben liegt. Die Fragen meiner ältesten Freundin, auf die ich keine Antworten weiß. Die selbst auferlegten Schreibpflichten zu Menschen, die mir schreiben, die mir gute Besserung wünschen. Denen ich gerne zurückschreiben möchte, aber keine echten Erwiderungen finde. Es ist also ratsam, nicht das Briefeschreiben in den Focus zu nehmen in seiner Quantität, sondern die Leichtigkeit oder Schwere des Anlasses. Zudem entschleunige ich den Antwortzeitraum auf „in diesem Monat“. Die Enge der Selbst:Pflicht aufzulösen zugunsten von „eine Antwort schuldig zu bleiben“ und dem Vertrauen, dass ich das tue, was ich tun kann, das schreibe, was ich schreiben kann.

klein:teilige Wertungen

Über jedes Tun wird aktuell die CO2-Sorge als Schablone gelegt. Wer hat damit eigentlich angefangen? Gleichgültig, wie kleinteilig das Tun ist, kommt der Gedanke an das globale Klima dazu! Das hat absurde Züge angenommen. Da ich nicht fliege, kaum Fleisch esse, meinen Müll wertorientiert sortiere, gönne ich mir die Freiheit klimaneutral zu atmen.

ttps://www.co2online.de/service/klima-orakel/beitrag/wie-viel-co2-atmet-der-mensch-aus-8518/

überraschend frei

Bereit für eine inspirative Pause!

Der komplizierte Termin des heutigen Morgens ist mir abgesagt worden. Unerwartet stehe ich in inmitten einer köstlichen Leere. Meine Gedanken rasen durch die üblichen Baustellen, – was könnte ich jetzt auf die Schnelle erledigen?

Diese Leer:Stelle im Tag lasse ich leer. Einfach so. Nichts wird schnell erledigt und dazwischen geschoben. In aller Ruhe trinke ich eine zweite Tasse Café…

Simplify-Coach

Konzentration.

Seit knapp 20 Jahren vereinfache ich mein Leben. Begleitete zudem beruflich viele Menschen auf ihren Entrümplungswegen. Dennoch überrascht mich das Thema immer wieder. Ich startete mit dem Satz: „Wenn ich mal 50 Jahre alt bin, will ich nur noch 5000 Dinge besitzen, Besteck einzeln gezählt!“ Im Internet entdecke ich eine „31-Tage:Challenge“, d.h. jeden Tag soviele Dinge wegzugeben wie das Tagesdatum vorgibt. Das ist herrlich naiv. Es ist kein Sport, keine Challenge. Vielmehr ein innerer und äußerer Reinigungsprozess. Da sich die Themen im Laufe des Lebens verändern, wandelt sich auch Motivation und Gestalt des Vereinfachens. Glücklicherweise können wir uns unser Leben nicht 10 Jahre später vorstellen, wir haben keine Vorstellung davon, was alles Neues auf uns zukommt.

Mein heutiges Vereinfachen folgt nicht mehr einer eher sportlichen Idee, sondern ist ein tiefes Bedürfnis, um meine Kräfte zu schonen und mich zu konzentrieren/focussieren. Es ist eine Form der Meditation und einer neuartigen Form der Lebendigkeit. Das gute Lebensgefühl speist sich nicht mehr aus der quantitativen Vielfalt/Fülle, sondern aus dem Vertiefen, der beglückenden Konzentration auf EINS. Dem das nächste EINS folgt. Und noch ein EINS…