der Geist ist hungrig

Mein Gehirn langweilt sich schnell. Gibt es keine interessanten Sinnes:Eindrücke, z.B. auf einer allzu vertrauten Auto:Strecke oder in schlaflosen Nacht:Momenten, öffnet es verstaubte Kammern. Grad´aus Spaß an der Freud´! Grübel:Schub:Laden, Blut:Flecken der Erinnerungen, Koch:Rezepte, Konflikt:Endlos:Schleifen.

In seiner unruhigen Hungrigkeit nimmt es sich alles vor, nimmt sich alles raus. Mich, in den unteren Nicht:Gehirn:Regionen strengt das fürchterlich an, während im Kopf die Mäuse tanzen.

Ich überlege, wie ich der quengeligen, infantil anmutenden Seite meines Gehirns Ablenkung und Spaß vermitteln kann, damit es mich mal in Ruhe läßt. Gedichte rezitieren, Zahlen addieren, mich exakt an Urlaubstage erinnern, – altmodische Fleiß:Aufgaben können für Entspannung sorgen.

Es hilft mir, den Geist als immer hungig zu betrachten, auf der Suche nach verwertbarem Denk:Futter. Das nimmt dem Grübeln und der Schlaflosigkeit die Schärfe.

Mantra:Mantel 14- der Groll

Ich bringe den Groll dorthin, wo er hingehört.

Im Autokreisel werde ich angehupt, im Supermarkt genervt zur Seite geschupst, vor mir parkt jemand unberechtigt auf dem Behinderten:Park:Platz und ohne Park:Ticket.

Immer wieder im Laufe des Tages grolle ich mein kleines, verhaltenes Gewitter. In allen drei Fällen habe ich nichts falsch gemacht. War jemandem zu langsam, stand jemandem im Weg, sah jemanden, der etwas falsch machte. Alltäglich! Alltäglich!

Wie Staub oder Flusen bleibt der Groll in mir stecken. Das ärgert mich noch dazu!

vom Bindungsverlust

Meine Bindung in die Welt ist anfällig für Störungen. Lärm tut nicht wohl. Die meisten Übertreibungen tun nicht gut. Selbst „zuviel des Guten!“ tut nicht wohl. Bedächtig füge ich die (Holz-)Stücke zu einer Verbindung zusammen, einem Tor, einer Leiter, einem Boot und einem Stapel Brennholz. In der neuen Bindung entsteht Schönheit, Nutzen und Halt

Simplify-Coach

Konzentration.

Seit knapp 20 Jahren vereinfache ich mein Leben. Begleitete zudem beruflich viele Menschen auf ihren Entrümplungswegen. Dennoch überrascht mich das Thema immer wieder. Ich startete mit dem Satz: „Wenn ich mal 50 Jahre alt bin, will ich nur noch 5000 Dinge besitzen, Besteck einzeln gezählt!“ Im Internet entdecke ich eine „31-Tage:Challenge“, d.h. jeden Tag soviele Dinge wegzugeben wie das Tagesdatum vorgibt. Das ist herrlich naiv. Es ist kein Sport, keine Challenge. Vielmehr ein innerer und äußerer Reinigungsprozess. Da sich die Themen im Laufe des Lebens verändern, wandelt sich auch Motivation und Gestalt des Vereinfachens. Glücklicherweise können wir uns unser Leben nicht 10 Jahre später vorstellen, wir haben keine Vorstellung davon, was alles Neues auf uns zukommt.

Mein heutiges Vereinfachen folgt nicht mehr einer eher sportlichen Idee, sondern ist ein tiefes Bedürfnis, um meine Kräfte zu schonen und mich zu konzentrieren/focussieren. Es ist eine Form der Meditation und einer neuartigen Form der Lebendigkeit. Das gute Lebensgefühl speist sich nicht mehr aus der quantitativen Vielfalt/Fülle, sondern aus dem Vertiefen, der beglückenden Konzentration auf EINS. Dem das nächste EINS folgt. Und noch ein EINS…

Abschieds:Wörter

Meine Liste der Wörter, von denen ich mich hier+heute verabschiede:

multi:passioniert & multi:tasking

Mehrfachaufgabenperformance

gleichzeitiges Verrichten mehrerer Tätigkeiten

continuous partial attention / ununterbrochen teilweise Aufmerksamkeit

Fand mich mal gut in der vermeintlichen Ausübung dieser Wörter. Das sehe ich heute anders. Es tut mir garnicht wohl. Es erhöht die Fehlerquote, es drückt den Stress:Pegel durch die Decke, die Ergebnisdichte wird nicht besser. Falscher Stolz. Adieu ihr Wörter!

Wasser:Farben

sehr viel Gelb

verwässert sind sie

die farben meines lebens

ohne leucht:kraft

und pigment:substanz

vielleicht ist das leben manchmal

nur in einer wässrigen form aushaltbar?

während dem Schreiben dieses Gedankens

streiche ich eine kleine Hausseite.

Bestellt ist die sanfte Mischung „Honig 1“

an der Wand wirkt es wie „Zitrone 1000“

Ob es gefällt ist noch nicht definierbar,

der Farbschock hallt nach.

Darüber lachen kann ich jedenfalls!