von den Grenzen

Grenz:Gänger

Begrenzen und entgrenzen. Grenzen sichern und verteidigen. Grenzen überschreiten und verletzen. Die unentwegte Auseinandersetzung mit Grenzen ist mir mühsam und zehrend. Wünsche mir ein luftiges Eigen:Heim in großer Höhe, Blick auf kreisende Steinadler und Gipfelspitzen. Selbstverständlich bei schönem Wetter und guter Küche!

Bilder:Rahmen

Das Leben scheint

ein schönes Bild

in einem wertvollen Rahmen

zu sein.

Der Rahmen scheint

wertvoll zu sein,

obwohl das Bild

seit geraumer Zeit

mürb und zerkratzt ist.

Lässt man

ein zerstörtes Bild

an der Wand hängen,

bloss weil der Rahmen okay ist?

Was kann mich bewegen,

den Bilder:Rahmen abzunehmen

und etwas neues aufzuhängen?

ein:halt


Halt geben können uns in erster Linie jene, die viel von uns halten.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker
Quelle: Ferstl, Zwischenrufe, 2000

HALT ist ein ungewöhnlich vielseitiges Wort, über das ich in diesen „verHALTenen“ Tagen nachdenke. HALT als Anweisung zum „inneHALTen“, einander HALT geben in überfordernden Tagen.

DurchHALTeparolen bekommen wir gratis und täglich. HALTende Worte, Umarmungen und Hilfsangebote ebenso. Danke dafür.

AusHALTen scheint die Option der Stunde, ebenso wie durchHALTen und standHALTen. Alles klingt verHALTEN. Unter VorbeHALT werden wir von unserem LebensinHALT und unserem HausHALT gehalten.

dinge:stille

Heute wäre hier Stille und Rückzug angesagt. In Wirklichkeit sind wir beschäftigt und unterwegs: Ärzte, Apotheke, Versicherung, AnwaltIN suchen, Vorbesprechung OP, Vorbereitung REHA, … all´das mit „drei“ Armen und vielen Tränen. Danke an all´die besonderen Menschen, die Anteil nehmen und gute Worte zu verschenken haben. Ein Extra-Dankeschön an Helga für das köstliche Fingerfood.

perma:frost

Traurigkeit

frisst die kleinen Erfolge auf

und holt sich die Nacht.

Angst wiegt zentnerschwer

wird  in Krümeln abgetragen.

Stehe an der seelischen Perma:Frost:Grenze.

Wage mich kaum weiter.

Und doch:

unaufhaltsam,

manchmal lächerlich kleinteilig

erwärme und zerbrösele

ich

den Erdboden.

Bis ich wieder etwas verstehe.