ein:halt


Halt geben können uns in erster Linie jene, die viel von uns halten.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker
Quelle: Ferstl, Zwischenrufe, 2000

HALT ist ein ungewöhnlich vielseitiges Wort, über das ich in diesen „verHALTenen“ Tagen nachdenke. HALT als Anweisung zum „inneHALTen“, einander HALT geben in überfordernden Tagen.

DurchHALTeparolen bekommen wir gratis und täglich. HALTende Worte, Umarmungen und Hilfsangebote ebenso. Danke dafür.

AusHALTen scheint die Option der Stunde, ebenso wie durchHALTen und standHALTen. Alles klingt verHALTEN. Unter VorbeHALT werden wir von unserem LebensinHALT und unserem HausHALT gehalten.

dinge:stille

Heute wäre hier Stille und Rückzug angesagt. In Wirklichkeit sind wir beschäftigt und unterwegs: Ärzte, Apotheke, Versicherung, AnwaltIN suchen, Vorbesprechung OP, Vorbereitung REHA, … all´das mit „drei“ Armen und vielen Tränen. Danke an all´die besonderen Menschen, die Anteil nehmen und gute Worte zu verschenken haben. Ein Extra-Dankeschön an Helga für das köstliche Fingerfood.

perma:frost

Traurigkeit

frisst die kleinen Erfolge auf

und holt sich die Nacht.

Angst wiegt zentnerschwer

wird  in Krümeln abgetragen.

Stehe an der seelischen Perma:Frost:Grenze.

Wage mich kaum weiter.

Und doch:

unaufhaltsam,

manchmal lächerlich kleinteilig

erwärme und zerbrösele

ich

den Erdboden.

Bis ich wieder etwas verstehe.

Erinnerungsgedankenreste

eine Gefühlserinnerung kann eine verschlossene Türe sein
oder der Eingang zu einem Paradies. Wähle selbst!

Eine Gefühls:Erinnerung aus dem Wahrheitendurcheinander:

  „eine mütterliche Liebe
liegt nicht
als schützender Segen
auf meinem Leben. „

Schwer, Kind zu sein. Schwer, erwachsen zu werden.

Heute erschlage ich diese Erinnerung.

Sitze inmitten der Bruchstücke.

Fege die Spiegelsteine zusammen.

Verlasse für immer diesen Ort.

Ein Spiegelbild weniger.