Brief:Schulden

Bin eine lebens:lange Vielschreiberin. Vielleicht gewesen? Häufig fühle ich nun eine Brief:Schuld. Was bisher freudige Pflicht und Lust war, gerät mir zur Last. Trotz dem hundertfach bewiesenen Wissens, dass es fürs Schreiben richtige Augenblicke gibt, fällt es mir schwer, loszulassen. Die Brief:Schuld soll schnell vom Schreib:Tisch runter. „Ich wollte doch noch…!“ „Ich muß unbedingt kondolieren!“ „Diese Karte sollte vor Wochen zu D. abgeschickt werden!“ Das ist bedauerlich für das schöne Tun des Briefeschreibens. Es kann sein, daß ich mir zuviele Brief:Schulden auflaste. Im Schnitt schreibe ich 5 Briefe und ebensoviele Postkarten im Monat. Das beschwerliche Gefühl entsteht, wenn ich glaube, etwas schuldig zu sein. Der Brief an den Freund, dessen Frau im Sterben liegt. Die Fragen meiner ältesten Freundin, auf die ich keine Antworten weiß. Die selbst auferlegten Schreibpflichten zu Menschen, die mir schreiben, die mir gute Besserung wünschen. Denen ich gerne zurückschreiben möchte, aber keine echten Erwiderungen finde. Es ist also ratsam, nicht das Briefeschreiben in den Focus zu nehmen in seiner Quantität, sondern die Leichtigkeit oder Schwere des Anlasses. Zudem entschleunige ich den Antwortzeitraum auf „in diesem Monat“. Die Enge der Selbst:Pflicht aufzulösen zugunsten von „eine Antwort schuldig zu bleiben“ und dem Vertrauen, dass ich das tue, was ich tun kann, das schreibe, was ich schreiben kann.

überraschend frei

Bereit für eine inspirative Pause!

Der komplizierte Termin des heutigen Morgens ist mir abgesagt worden. Unerwartet stehe ich in inmitten einer köstlichen Leere. Meine Gedanken rasen durch die üblichen Baustellen, – was könnte ich jetzt auf die Schnelle erledigen?

Diese Leer:Stelle im Tag lasse ich leer. Einfach so. Nichts wird schnell erledigt und dazwischen geschoben. In aller Ruhe trinke ich eine zweite Tasse Café…

wert:voll

auf großer Angel:Fahrt

wieviel selbst:wert aus eigener schöpfung begrenzt ent:wertung von außen?

woraus besteht eine in:wert:setzung? selbst:wert ist mir nicht angeboren oder für´s leben lang erlernt.

setze mich mit einer angel an meinen lebens:teich. im werte:kessel schwimmen anhalts:punkte. ich angele mir ein paar wert:volle wort:fische heraus.

„bewusst zu leben“, werfe „zu angepaßt“ in den kessel zurück. „selbstverantwortlich zu leben“, werfe „ab/er:wartend“ in den kessel zurück. „klares selbst:behaupten“, werfe „schmollend“ in den kessel zurück.

zum mittag:essen gibt es wort:fisch:suppe voller selbst:vertrauen und selbstbewußtsein, gewürzt mit selbst:liebe. das lasse ich mir munden!

Frei:Satz

Frei:Sätze

Wie schön, dass wir Frei:Sätze aussprechen können. Sätze, die aus purem Gefühl bestehen, die nicht sinnvoll und zielführend sind. Sätze, die vor uns einem Freiheits:Raum entstehen lassen, in dem emotionale Radikalität sich mit schäumendem Freiheitsdrang verbindet:

“ Das lasse ich mir nicht länger bieten!“

„Ich komme nie wieder hierher!“

„Ich gehe für immer fort!“

„Das höre ich mir nicht länger an!“

„Nicht mit mir!“

„So ja nicht!“

von der Veränderung

Aktiv sein und die Limo in ein kleineres Glas schütten! Das Leben kann so einfach sein!

Beim Internetsurfen stoße ich auf eine Formulierung von Robert Belz, einem Motivator und Autor, die sinngemäß lautet: „Sei selber die Veränderung, die Du Dir wünschst.“

Mich berührt und beeindruckt der vermeintliche schlichte gedankliche Ansatz, weniger auf Veränderungen im Außen zu warten, wie wir es ja viel lieber tun.

Ich schütte heute meine Zitronen:Limo in ein kleineres Glas und genieße die Fülle.

neu

Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,

Und neues Leben blüht aus den Ruinen.

http://www.friedrich-schiller-archiv.de – Wilhelm Tell, 4. Akt, 2. Szene, Attinghausen

Vertrauen…

Während das Alte stürzt,

tut mir alles weh.

Wie sich die Zeit verändert

macht mir Angst.

Das, was war und voran ging

wird abgelöst.

Unsicher blicke ich über die Ruinen hinaus.

Is there anybody outthere?

Unbekanntes grenzt an das Alt:Vertraute.

Ich mache den ersten Schritt…