Haushalts:ZEN 32 – Bücher:Berge

Bücher:Berg

Seit der Schulzeit, über Studium und Berufstätigkeit häufe ich Bücher:Berge an. Selbige lese ich nicht konsequent „ab“. Die Menge an Wörtern zwischen Buch:Deckeln wiegt mich in der Sicherheit, genug zu haben, genug zu wissen.

Sobald ein neues wichtiges Thema in meinem Leben ankommt, erbaue ich Bücher:Berge. Am Gipfel des Wissens:Durst angelangt, schaue ich auf hastige Abkürzungen und riskante Sprünge zurück. Dabei wäre ich so gerne achtsam, konzentriert und diszipliniert auf den Wissens:Berg aufgestiegen.

Heute, genau heute morgen nistet sich ein neuer Gedanke ein: ich lese die vorhandenen Bücher „ab“! In meinem Besitz befindet sich ausgezeichnete, hochkarätige Fach:Literatur ebenso wie verheißungsvolle Romane. Heute, genau heute morgen beginne ich mit einer lustvollen-lesenden Wanderung durch meine vorhandene Papier:Wörter:Bücher:Welt.

Haushalts:ZEN 31 – mein Müsli

meine Sternen:Küche

Was man alles so frühstückt im Laufe des Lebens! Von mütterlicher Hand bestrichene Schulbrote zur vehementen Selbst:Kultur „Café+Kippe“ seien der beste Start in den Tag. Heutzutage reiht sich das Frühstücken in die Liste der Dinge ein, die mir „zuviel“ sind.

Nach langem „hin+her basteln“ bin ich zur Müsli:Esserin geworden. Dieses Müsli würde ich niemandem anbieten. Der Glaubens:Krieg um Körner und Flocken umtost die Tische. Mein Glücks:Rezept besteht aus einem Müsli mit MEINEN mir liebsten Zutaten, alles vermeintliche Gesunde, aber nicht Leckere konnte ich verbannen. Mein Tages:Müsli ist eine persönliche Angelegenheit.

Mit einem Pott Café und der Müslischale nehme ich auf meinem Lieblingssessel Platz, entzünde eine Kerze und schaue mir eine englische Serie im Orginal über Gartengestaltung an. Eine Drei:Viertel:Stunde steht meine Welt gemütlich still.

Haushalts:ZEN 30 – das rote Kleid

das rote Kleid

Lese über eine Frau, die ein Jahr lang ein blaues Kleid trägt. Sie besitzt 3 identische Kleider, um mal wechseln zu können. Sie macht es sich leicht.

Es erinnert mich an endlose Sommer:Tage. Kleidung, neudeutsch Outfit, ist nicht wichtig. Der Weg an den Strand ist von Bedeutung. Die Tage zu verprassen ist von Bedeutung. In den Abendhimmel zu tanzen ist von Bedeutung.

Ich finde den Ansatz, die Kleiderfragen radikal zu vereinfachen von großem Reiz.

Haushalts:ZEN 29 – Nähkästchen

meine Näh:Schachtel 2019

Als untalentierte Näherin besitze ich drei Nähkörbchen. Meine schulische Handarbeitslehre ist schwitzig und kratzig. Umgeschult von meiner begabten linken Hand soll ich mit der „mir falschen“ Hand rechts feine Näh- und Stopfarbeiten zaubern. Die Lehrerin hat ein Einsehen und ich darf 4 Jahre lang – unter beachtlicher Mühe – Topflappen häkeln. Mein Meisterinnenstück ist das Knopf:An:Nähen. Danach kommt lange nichts. Unter dem Deck:Mantel meiner Nähkörbe führe ich ein stilles Nicht:Näherinnen:Leben. Mein Vater schreinert mir einen Zieh:Kasten. Den fülle ich nicht mit Garn und Nadeln, sondern mit Steinen und Federn! In diesem Sommer gestatte ich mir das Entrümpeln der gesamten Näh:Angelegenheit. Ich verabschiede mich mit traurigen Augen von der Idee und Sehnsucht, eine Zauberin mit Stoff und Nadel zu sein. Dem folgen viele Knöpfe, Stoffrestchen, Garnspulen und Reißverschlüsse! Was als ärmer erscheint, ist mir eine große Leichtigkeit.Man kann eben nicht alles im Leben werden und zeitlebens das Werkzeug für eine ungelebte Idee von sich selber mitzuschleppen, zeugt nicht von großer Weisheit. Bei OLA/Wordpress habe ich diesen ganz anderen Blick auf ein Nähkästchen entdeckt:

Haushalts:ZEN 28 – Linkshändigkeit

Umschulungs:Schreib:Übungen

Eine Reihe Fachbücher, ein überquellender Ordner mit Fundstücken erzählen von meinen Forschungen zum Thema Linkshändigkeit. Die Linkshändigkeit ist ein Thema in meinen Berufs:Leben und Alltag.

Bloß, – möchte ich alles dazu aufbewahren, weil es ein Thema von Interesse ist? Was riskiere ich, wenn ich die Unterlagen z.B. weitergebe oder wegwerfe? Bei Dingen mit solch´emotionaler Nähe fällt es schwer zu entscheiden, was bleiben soll und was weg kann. Es ist manchmal, als würde ich einen warmen Mantel weggeben wollen und wüßte nicht, ob ich in der nächsten Kälteperiode genug Wärme haben werden. Es entzieht sich den Kriterien von „brauchen“ und „notwendig“ .

https://diamantwoerter.blog/2019/03/03/unbedingt-lesen/

Was ist los, wenn ich diese persönliche Fachliteratur nicht mehr besitze? Werde ich zum Thema noch Veranstaltungen machen oder eine Broschüre erstellen? Oder möchte ich das Thema als erledigt betrachten, als vollendet in meinem Leben und alles Materielle drumherum loslassen?

Materielles Fazit: drei Wochen ist die Frage in meinem Geist hin+her gewendet worden. Gestern treffe ich eine Entscheidung. Die Fach:Bücher verkaufe ich. Die kopierten Unterlagen sind in die Papiertonne gewandert. Einen Fach:Artikel habe ich weitergegeben.

Mentales Fazit: ich möchte nicht mehr zum Thema Links:Händigkeit/Umschulung/Rückschulung beruflich aktiv sein. Selber weiß ich mehr als genug.

Fazit des Fazits: das ist richtig schwierig gewesen und es liegt dem ein tiefer Abschied zugrunde. Es geht immer mehr weg als der Gegenstand, den man losgelassen hat.

Haushalts:ZEN 27 – digitale Daten

digitale Daten im Überfluß

Meine Großeltern besaßen ein Dutzend Fotos. Meine Eltern legten Kinder:Alben und Reise:Alben an. Mein Foto:Weg beginnt mit einer Pocket:Kamera, plus aufgesetztem Blitz.12 Bilder reichen, um eine Reise duch Europa zu dokumentieren. Bis zum Einzug der Digital:Kamera gibt es mit echten Fotos bestückte Alben und Kalender. Am Hochpunkt der Digital:Kamera:Zeit schenkt mir mein Mann 300 unserer Fotos, die er hat entwickeln lassen, um mir die Foto:Welt habtisch und visuell erfahrbar zu machen. Das Projekt „Ein Album für ein Jahr“ gelingt mir, bis wir einen Welpen bekommen und ein neues Haus beziehen und in unbekannte Gegenden reisen und ich zur Kräutersammlerin werde usw.

JETZT gibt es Smartphones. Und ich bin in einem Meer aus Bildern untergegangen. Die Qual der Wahl hat mich verschluckt. Das ist mir alles zuviel. Regelrecht gefangen zwischen dem Vergnügen, Fotos zu machen und dem Wunsch nach Überschaubarkeit.

Seit einer Woche ziehen wir mutig mit einer mentalen Machete ausgerüstet durch unseren digitalen Besitz:Stand. Was ist wichtig? Wieviel ist davon wichtig? Ist es noch wichtig? Der digitale Müll füllt keine Schränke und keine Keller. Ihm ist schwieriger auf die Spur zu kommen und seinem unentwegten Raunen „Achtung, ich bin eine digitale Wichtigkeit!“ zu entgehen.

Im Irgendwo der Medien finde ich letzte Woche eine ungewöhnliche Idee. Ein paar Freunde gehen miteinander wandern. Sie beschließen KEINE Fotos zu machen. Stattdessen halten sie jede Viertel:Stunde kurz an, um die sie umgebende Landschaft zu zeichnen.

Haushalts:ZEN 27- Regale

mir zuviel!

Internationale Austauschbarkeit der Discounter-Regale, zu unserer vereinfachten Orientierung in der (Discounter)-Welt. Wie von einem Blindenhund geleitet finde ich Butter, Bananen und Bohnen! Das hat seine Annehmlichkeiten aus Verläßlichkeit und als Sahnehäubchen gibt es jede Woche „eine neue Welt“, Garten, Haushalt, Schulanfang oder Freizeit. Perfekter mentaler Zuschnitt.

Als Haushalts:ZEN:lerin befinde ich mich im passiven, gewaltfreien Widerstand. Nein, keinen Café, nein, kein „frisches“ Brot, nein, kein Putensteak. Angestrengt gegen den Strom schwimmend, konzentriere ich mich auf die Produkte, die ich gerne hätte! Ermattet lande ich bei BIO-Tomaten und Toilettenpapier.

Klar, es schallt die Antwort: „Dann geh´doch nicht mehr dorthin! Mach´dir das Leben leichter!“ Die Discounter sind diejenigen, die es zur Marketing:Perfektion ausgebaut haben. In jedem anderen Laden schreien mich die Produktversprechen genauso an, vielleicht melodiöser und langsamer.

Es ist anstrengend gegen den Regal-Strom zu schwimmen, inmitten der Verlockungen mein Mantra „brauche ich nicht“ zu murmeln. Gegen die Besitzstands:Freude, wenn der Einkaufs:Wagen wohl gefüllt ist und ich mit einem zufriedenen Seufzer den Laden verlasse.

Meine Ambivalenz verhindert den ungezwungenen Spaß. Bedrucke mir einen Beutel mit “ ich shoppe nicht, also bin ich!“ und gehe wagemutig gegen den vorgeschriebenen Strom durch die Läden.

Haushalts:ZEN 26 – Mandelmilch

Rezept für Mandelmilch

Habe ehrgeizige DIY-Vorhaben mit zwei Zielen: entspannendes Handwerk ausüben und gleichzeitige Unabhängigkeit von Fertig:Produkten.

Was ich bisher nicht wußte, man kann sich die Mandelmilch fürs Müsli selber machen! Mein heutiger Versuch strapazierte alle eGeräte und die Spülmaschine, weit entfernt von einer praktischen Produktionsstraße. Immer sind es die einfachen Dinge des Lebens, die nur durch Erfahrung und Ruhe einfach sind. Mein erstes Ergebnis in Sachen Mandelmilch ist nicht schlecht, werde einen zweiten Versuch starten. Ich habe das Prinzip verstanden, das ist die Hälfte der Miete!

Haushalts:ZEN 25 – Ferienwohnung

Tee:Tage

Die Ausstattung in einer Ferienwohnung ist reduziert, praktisch und schnörkellos (Ausnahmen bestätigen die Regel). Während meiner See:Tage habe ich mit einem Holzbrett, einem Messer und auf einer Arbeitsfläche von 40x40cm köstlich gekocht. Es war aus:reichend und pflege:leicht. Wieviel Platz und Dinge brauche ich Zuhause? Wieviel Persönlichkeit und Vor:Geschichte benötige ich für meinen Küchen:Kram? Wo ist die Grenze von Praktikabilität und häuslicher Gemütlichkeit?

Haushalts:ZEN 24 – (bed-)achtsam

„bedachtsam“ hat sich in meine Wörter:Welt geschlichen und ich bin entzückt. Achtsam ist das Modewort der Zeit, bedachtsam wirkt altmodisch und langsam. Woraus/worin besteht der Unterschied, ob ich etwas achtsam oder bedachtsam tue?

Bedächtig nähert sich andächtig, – eine wunderschöne Wortbrücke. Ich kann bedächtig und mit Andacht das Treppenhaus fegen! Mir fällt das Wort „Besonnenheit“ dazu ein. Besonnen – ich lasse die Sonne auf mein Tun scheinen. Dem Verschleiß um das Wort „achtsam“ setze ich schwungvoll meine (be-)sonnen beschienene Bedachtsamkeit entgegen.