5: Unnötiges wegwerfen

Kapitel 5 ZEN YOUR LIFE von Shunmyo Masuno

Weggeben von Unnötigem ist wie Weinen. Es klärt und reinigt die betrübte Seele. Meine Studienfreundin Barbara konnte immer gut weinen. Sie war wie das Ventil eines Schnellkochtopfes. Das hat sie gesund gehalten.

Weggeben reinigt das Herz und die Seele. Es braucht Platz für das Neue. Mit weniger bin ich beweglicher.

Ich gebe von Herzen gerne weiter. Dieses Kapitel brauche ich nicht einzuüben.

P.S. Während die Übung: „Morgenluft einatmen und nichts tun“ mich sehr herausfordert. Heute morgen war es schlichtweg kalt, der Wind ließ die Straßenlampen tanzen und ich wollte, dass die 70 Sekunden schnell vorbei gehen. Dafür stehen aber meine Schuhe liebevoll sortiert im Flur und im Schrank. Vielleicht reicht es, wenn ich 50% der Übungen in mein Leben hineinnehme??😀

6: den Schreibtisch aufräumen

„Saubermachen poliert die Seele „. Wind in den Mühlen der Ordentlichen, Kampfansage an die ChaotiNNEN. Spiegelt äußeres Durcheinander immer einen Seelenzustand? Oder ist ein gemütliches übervolles Familienhaus (inspiriert von Nanett❤) nicht ein Hort der Geborgenheit?

Es ist Typsache, was nervt. Den Schreibtisch aufzuräumen kann sinnstiftend sein oder eben nicht. Während meiner Studienjahre war mir der überladene Schreibtisch ein Augenschmaus. Er diente mir damit als augenscheinlicher Beweis meines Fleißes…

Heutzutage räume ich einmal in der Woche meinen Schreibtisch ratzeputze leer, bis auf PC und Lampe. Der sichtbare Beweis, dass alles wohl getan ist und ich nun ruhen kann.

Im Zen ist es selbstverständlich, Tag um Tag, mit aller inneren Konzentration die Tempel zu reinigen. Damit zeitgleich den Gemütszustand zu reinigen. Alle, die damit übereinstimmen, können sich freuen. Ein aufgeräumtes Umfeld ist der Schlüssel zu einem ausgeglichenen Geist.

Ich weiß, das mich aufräumen beruhigen kann, wenn ich es als „aufrichtiges Räumen“ spüre, nicht als notwendiger Teil der Hausarbeit. Ist das vielleicht gemeint mit „den Schreibtisch aufräumen „?

Nachtrag: ich koste übend täglich die Morgenluft. Heute hab ich dabei Seifenblasen gepustet. Und schwöre, dabei habe ich an nichts gedacht. Zwei Übungen sinnvoll vereint.

Jetzt höre ich auf zu schreiben und gehe meine Schuhe ordentlich aufstellen. 😁😁😁

4: Schuhe nach dem Ausziehen ordentlich aufreihen…

…“verschönere Dein Leben, denn Unordnung im Geist zeigt sich an den Füßen.“

herausfordernd für barfuss

Bin eine leidenschaftliche Barfuß:Läuferin, habe wenig Schuhe. Ziehe ich Schuhe aus, stelle ich sie gerne auf die Treppe, um sie demnächst wegzuräumen. Ziehe ich Schuhe aus, bin ich ungeduldig und genervt, das soll schnell gehen. Gerne bleiben die Schuhe genau dort liegen, wo ich sie ausgezogen habe, im Flur, unterm Tisch, im Bad. Nicht schön!

Im ZEN gibt es einen Satz: „Betrachte das, was sich unter Deinen Füßen befindet.“ Wer nicht auf seine Füße aufpasst, kann den Überblick verlieren. Eine typische Paradoxie. Es liegt das wundersame Versprechen in der Luft, dass das schöne Aufstellen seiner Schuhe eine Vorbereitung ist, die nächsten Schritte zu gehen.

Das gefällt mir. Als Heldin des Alltags kommt es nicht taff rüber, wenn ich beim nächsten großen Schritt noch unter den Wohnzimmertisch krabbeln muß, um das geeignete Schuhwerk zu suchen. Das ist so garnicht Jane Bond 007!

Diese Woche werde ich tagtäglich meine Schuhe beachten.

2: 15 Minuten früher aufstehen

Schieben.

Zwei Zitate zu Beginn:

„15 Minuten früher aufstehen. Das Rezept gegen unruhige Herzen.“

„Wer zu viel zu tun hat, verliert sein Herz.“

Wie oft fühle ich mich von mir selber gehetzt. Wie oft hängt das gar nicht an den äußeren Engpässen. Indem ich das Gehetztsein denke, wird es noch schlimmer.

Herr Masuno erläutert, dass das japanische Wort für „zuviel zu tun zu haben“ aus den Zeichen „HERZ“ und „VERLIEREN“ besteht.

Das Problem liegt nicht an der fehlenden, überfrachteten Zeit, sondern dass mein Herz zu wenig Raum erhält. Das finde ich eine großartige Verbindung. In gehetzten Momenten und Lebensphasen an die Weite meines Herzraumes zu denken und zu meinem „HERZ“ großzügig und gut zu sein.

15 Minuten früher aufzustehen wird nicht mein Weg sein. Ich werde die Verbindung stabil herstellen, dass die Hetzrei im Zuviel mich an mein Herz denken lassen soll und wird. Durchatmen, etwas in Ruhe trinken. Herzensmomente leben.

Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE. Kapitel 2: 15 Minuten früher aufstehen

1: sich Zeit nehmen, gar nichts zu tun

Sitzen.

Die Idee ist schlicht und makellos. Der erste Schritt im ZEN:Prinzip ist, sich Zeit zu nehmen an nichts zu denken. Die Übung dazu: täglich 10 Minuten nichts tun. Ohne Ablenkung.

Ich fühle mich unentwegt beschäftigt und bin geschäftig. Als wäre ein Derwisch hinter mir her. Er hat von meinen Eltern Spick:Zettel mitbekommen. Somit kennt er sich bestens aus mit Sätzen, die mich im Hamsterrad laufen lassen.

Während ich ihm von ZEN erzähle, schüttelt es sich vor Lachen und ist sich seiner Macht verdammt sicher. Den kriege ich in der ersten ZEN-Einheit nicht ausgeschaltet oder niedergerungen.

Wie ein Kind mache ich meine Auszeit hinter seinem Rücken. Jedoch: er hat sich verbrüdert mit meinem Rücken, meinen Gedanken und meiner Atmung. Als könnte er es voraussehen, dass ich ihm ein Schnippchen schlagen möchte, schickt er mir Rückenweh, Kurzatmigkeit und ein Gedankenkarussell.

Ich habe noch eine Geheim:Waffe. Mein Eichhörnchen:Modus. Unentwegt neu beginnen, unentwegt Nüsse vergraben, als wäre es die erste oder die letzte Nuss. Die Übung „sich Zeit nehmen, gar nichts tun“ ist eine harte Nuss, kaum zu knacken. Ich vergrabe sie tief. Beginne mit den Verhandlungen: würden 5 Minuten reichen? Zählt es, wenn ich noch im Bett oder in der Badewanne liege? Wie könnte meine erste Übung zu einem leichten Spiel werden?

Als Kind war ich eine leidenschaftliche „Aus-dem-Fenster-Guckerin“. Am Fenster nichts zu tun könnte mir gelingen. Strebe mal mehr als eine Minute an. Ca. 70 Sekunden.

Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE. Übung 1 sich Zeit nehmen, gar nichts zu tun.

3: Die Morgen:Luft kosten

Durchatmen. Einatmen. Ausatmen.

Menschen, die in Klöstern leben, werden bekanntlich sehr alt. Ein kontemplativer, geregelter Alltag wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus. Deshalb lebt der Elefant länger als die Maus!

Der Ansatz von Herrn Masuno ist, dass die täglichen Wiederholungen mir den Raum geben könnten, auf Wind und Sonne, Farben und Gerüche zu achten.

Die Kür wäre eine Sitzmeditation vor Sonnenaufgang. Da sehe ich mich, ehrlich gesagt, nicht! Da ich wegen Kapitel 1 (sich Zeit nehmen, nichts zu tun) sowieso täglich am Fenster stehe, erweitere ich diesen Moment um ein paar kräftige Atemzüge. Zudem fühle ich die Temperatur auf meiner Haut und achte auf die Farben des Himmels.

Das kann in meinem Leben ein toller Moment werden. Nach dem Aufstehen eine Weile am geöffenten Fenster zu stehen, nicht an die Erfordernisse des Tages denken, sondern:

stehen – atmen -spüren -gucken.

Kaptel 3 gefällt mir.

die schwierige Einleitung

Weitergehen.

Alltag bewältigen und gleichzeitig das Ungewöhnliche zu suchen, – da bin ich bereits erschöpft! Dankbar lese ich, dass sich die Welt nicht einfach verändern läßt! Dass es reichen kann, kleine Gewohnheiten zu ändern, kleine Veränderungen in der Sichtweise einzunehmen.

Fühle mich heute deutlich zu alt, um daran zu glauben. Natürlich, für eine Weile geht alles, dann schleifen die Mühlen des Alltäglichen alles durch. Die Highlights sind toll, strengen trotzdem an. Und mittendrin noch Gewohnheiten verändern, meditieren und gut leben. Eher ein NÖ von mir.

Herr Masuno reicht mir hilfreich die Hand. Es sei schwer, gut zu leben. Einfache alltägliche Übungen könnten helfen, mein Leben leichter zu machen und die Sorgenlast zu verringern. Okay!

Der letzte Teil der Einleitung berührt mich dann doch. Erkenntnis käme nicht über den Kopf zustande, sondern durch Training. Wie eine Gebetsformel steht es da: „Die Antworten, die du suchst, sind da.“ Das möchte ich gerne glauben und nehme es als Satz mit in meinen heutigen Tag.

Shunmyo Masuno ist ein japanischer Zen-Mönch und Gartendesigner. Der Tempelpriester des Soto-Zen-Klosters Kenko-ji ist in seinem weltlichen Leben Professor an der Tama Art University. Und Buchautor. Ich folge den Kapiteln seines Buches „ZEN YOUR LIFE“

Herbst:Schreibereien

Dieses Jahr werden wir alle zur Ruhe „gezwungen“. Das Leben außerhalb der eigenen vier Wände hat sich völlig verändert. Mit dem Beginn des Herbstes, der Nebel, Regen und Wind mitgebracht hat, ist es nicht mehr so gemütlich draußen zu sein.

Tja, und was ist nun drinnen möglich? Ohne Theater-Abo, große Abendessen und Sport? Geht alles irgendwie, doch lebendige Freude sieht anders aus.

Mir ist das Buch von Shunmyo Masuno „ZEN YOUR LIFE“ in meinem Bücherregal aufgefallen. Beim ersten Schmöckern ist er da, der unbändige Drang, das Buch zu lesen. Tag um Tag. Und meine Gedanken bei WordPress zu teilen. Es kann sicherlich auch andere inspirieren, sich in der herbstlichen Ruhe zurechtzufinden.

100 Gedanken zu teilen heißt mein Projekt. 100 Schritte, die das Leben ein wenig leichter machen können. Ich weiß nicht, wohin diese Denk:Reise führt, doch sie ist mir ein roter Faden in die zunehmende Verkürzung der Tage.