ZEIT 5 – zeitlebens

Wer nicht von Wenigem zu leben versteht,
wird zeitlebens ein Sklave bleiben.
Horaz (65 – 8 v. Chr.)
zeitlebens – lebenszeit

„Zeitlebens“ ist gleichbedeutend mit Lebens:Zeit. „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“ sagt der KLEINE PRINZ von Antoine de Saint Exupery. Zeitlebens ist ein großes Wort und ich möchte gerne, dass ein Satz mit diesem Wort fröhlich-ungefangen und leichtfüßig weitergeht:

Sie hat zeitlebens keine Witze erzählen können!

Sie hat zeitlebens ihren Optimismus nicht verloren!

Fluß des Lebens und Kopf:Sprung

auf die ruhige Tour?

Wie möchte ich durch den Fluß des Lebens? In einer Gruppe, im ruhigen Gewässer und geleitet?

mittenmangdrinne!

Oder mit zwei Füßen hinein in den freien Fluß?

Im Grunde brauche ich das nicht VOR:zuentscheiden, sondern kann es dem Fluß des Lebens selber überlassen. Wichtig ist wohl vielmehr, dass ich mit den jeweiligen Strömungen umgeben kann. Mit der ruhigen Bootsfahrt, der stürmischen See und dem Kopf:Sprung in den Fluß.

Haushalts:ZEN 29 – Nähkästchen

meine Näh:Schachtel 2019

Als untalentierte Näherin besitze ich drei Nähkörbchen. Meine schulische Handarbeitslehre ist schwitzig und kratzig. Umgeschult von meiner begabten linken Hand soll ich mit der „mir falschen“ Hand rechts feine Näh- und Stopfarbeiten zaubern. Die Lehrerin hat ein Einsehen und ich darf 4 Jahre lang – unter beachtlicher Mühe – Topflappen häkeln. Mein Meisterinnenstück ist das Knopf:An:Nähen. Danach kommt lange nichts. Unter dem Deck:Mantel meiner Nähkörbe führe ich ein stilles Nicht:Näherinnen:Leben. Mein Vater schreinert mir einen Zieh:Kasten. Den fülle ich nicht mit Garn und Nadeln, sondern mit Steinen und Federn! In diesem Sommer gestatte ich mir das Entrümpeln der gesamten Näh:Angelegenheit. Ich verabschiede mich mit traurigen Augen von der Idee und Sehnsucht, eine Zauberin mit Stoff und Nadel zu sein. Dem folgen viele Knöpfe, Stoffrestchen, Garnspulen und Reißverschlüsse! Was als ärmer erscheint, ist mir eine große Leichtigkeit.Man kann eben nicht alles im Leben werden und zeitlebens das Werkzeug für eine ungelebte Idee von sich selber mitzuschleppen, zeugt nicht von großer Weisheit. Bei OLA/Wordpress habe ich diesen ganz anderen Blick auf ein Nähkästchen entdeckt:

Wortfundstück 1 – maßgeregelt

warum soll ein Huhn nicht in einem Auto leben?

Die kleinste Abweichung wurde von der Mutter sofort gemaßregelt. Gerügt und getadelt zu werden ist kindlicher Alltag. Erziehungs:Maxime ist „Meine Regeln sind Dein Maß.“ Du bist das Kind, auf Maß getrimmt. (Regeln und deren Einhaltung sind existenziell wichtig, mir geht es hier um die Über:Treibungen.)

Für meinem Seelen:Reise:Koffer habe ich mir neue Reise:Ziel:Aufkleber erstellt.

  • einen Schrank nach Maß mit wenigem Wichtigen.
  • Kleidung nach Maß, die mir paßt und gefällt.
  • beim Essen Maß halten, soviel essen, wie ich benötige, nicht mehr.
  • das mir rechte Maß an Ruhe und Unternehmung

Ich maßregele heutzutage mein Leben und meinen Dinge:Besitz:Stand nach neuen Regeln. Das rechte Maß, nach dem ich mein Leben regele, ist MEIN Maß.

ZEIT 3 – Zeit nehmen

ich nehme mir Zeit

Mir Zeit nehmen – wo hole ich die denn her? Ist es eine andere Zeit, die mir vorher nicht gehörte? Gibt es eine Kessel mit meiner Lebens:Zeit, aus der ich mir Zeit herausnehme? Muß ich für diese Zeit einen Tribut zollen?

Ist denn nicht alles MEINE Zeit? Gehört mir die Arbeits:Zeit nicht? Ist nur Familien:Zeit die richtige Zeit oder die Eigen:Zeit? Muß Frei:Zeit gestaltet werden oder kann sie verstreichen?

Ich habe die Lebens:Zeit geschenkt bekommen. Da gibt es nichts zu sparen, zu nehmen oder zu vertreiben. Zeit ist immer. Meine Zeit ist ebenfalls immer.

doppelter Advent

der erste Advents:Kalender ist in Arbeit!

Seit 2015 habe ich mir die Adventszeit verdoppelt. Die Hektik der 24 Tage, die Wünsche und Ansprüche an „Zeit für Familie“, „nur Kleinigkeiten schenken“, Märkte, Konzerte usw. hat mich atemlos gemacht. Mit dem Zeit:Trick, mir diese schönen Tage zu entspannen, beginnt mein Advent am 1. November, wahlweise am 11. November.

Ich beginne zu schmücken, zu singen, zu basteln, in einer tiefen zeitlichen Entspannung. Seitdem ist mein Dezember entschleunigt und regelrecht entrümpelt. Plötzlich reicht EIN Konzert und EIN Adventsmarkt. Ich empfinde 8 Wochen lang eine zarte Fest:Stimmung und eine Besonderheit der Tage. Gelassen sehe ich St. Martin, dem Barbara-Tag und dem Luzia:Fest entgegen. Verschwunden ist aus meinen Leben der Satz: „Das schaffen wir vor Weihnachten nicht mehr, laß´uns im Neuen Jahr mal was verabreden!“ Ich habe Zeit.

ZEIT 2 – Druck

zeitdruck – druckzeit

Zeit:Druck.

Druck:Zeit.

Die Zeit drückt.

Die Zeit drückt auf mein Herz.

Zeit:Druck ist herz:los.

Herz:Druck. Blutdruck. Hoch:Druck.

Das Herz wehrt sich. Gegen:Druck durch bedrücken, unterdrücken, bedrängen und sich selber drängen.

Das Gegen:Teil von Druck ist: selbstbestimmt und in Übereinstimmung zu sein.

ZEIT 1 – Vertreib

Keine Zeit zum Zeit:Vertreib.

Die Zeit, die stets Lebens:Zeit ist, zu vertreiben ist für mich eine seltsame Idee. Ablenkung & Zerstreuung. Antreiben & Vertreiben. Sich mit etwas die Zeit zu verkürzen, z.B. gegen die Langeweile.

(Lebens:)Zeit ist ein ungebetenes Geschenk des Lebens. Man kann es wegwerfen, vertreiben oder aushalten. Nehme ich das Geschenk der Lebens:Zeit an, möchte ich es leben, genießen und gestalten. Zu vergeuden oder zu vertreiben habe ich nichts von diesem knappen Gut.