35: Sich nicht von seiner Umwelt gefangen nehmen lassen

Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE, Kapitel 35

Der Untertitel ist gewöhnungsbedürftig: „Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen.“ Auch die Betonung im Zen auf asketische Übungen stößt schnell auf meinen Widerstand.

„Asketisch“ stammt aus dem Griechischen (askētḗs; ἀσκητής) und führt auch die Bedeutung: „wer sich einer Sache befleißigt“.

Lasse ich meine sprachlichen und kulturellen Vorbehalte mal beiseite, kann ich das heutige Kapitel so verstehen, dass es darum geht, jede Arbeit, jede Tätigkeit anzunehmen, sie als eine weitere Möglichkeit zum eigenen Wachstum zu erleben. So wie Nahrung mich nährt und am Leben erhält, kann das „asketische“ Gefühl (mich einer Arbeit zu befleißigen) für alle anliegenden Arbeiten mich spirituell und persönlich nähren. Allmählich versöhne ich mich mit immer mehr Handlungen, die ich bisher als schnöde Arbeit angesehen habe, die es galt, hinter mich zu bringen. Da ist der Weg wirklich nicht mein Ziel gewesen. Ich lerne dazu.

2 Kommentare zu „35: Sich nicht von seiner Umwelt gefangen nehmen lassen

  1. Arbeit bietet immer Bereicherung, finde ich. Es ist natürlich ein Glücksfall, wenn man es oft mit kreativer Arbeit zu tun hat. Und es gibt daneben die ungeliebten Arbeiten, die eben erledigt werden müssen, z.B. der lästige Haushalt. Aber wenn solche Arbeiten erledigt – und gut erledigt – sind, gibt das auch ein Gefühl von Erleichterung und Befreiung. Und was den Begriff Askese betrifft, geht es nicht darum, ein mönchisch-asketisches Leben zu führen, sondern zu erkennen, was für das eigene Leben oder die betreffende Situation wichtig ist – das ist jedenfalls meine Auslegung. Dann kann man sich dieser Sache widmen bzw. „befleißigen“ und zumindest für den Moment auf anderes leicht verzichten.

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    1. Der zweite Teil deiner Gedanken ist inspirierend für mich.
      Den ersten Teil ‚übe“ ich mit Herrn Masuno ohne die Wörter wie lästiger Haushalt
      und dass erst danach ein Gefühl der Erleichterung entsteht.
      Ich empfinde immer mehr, wie wohltuend es für mich ist, einfache und monotone Tätigkeiten auszuführen. In meinem Leben eine Ergänzung, da ich zumeist kreativ gearbeitet. Und das hat auch so seine Tücken und Schatten.
      Ich befleißige mich eines herzlichsten Grußes an Dich.🔆

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