10: Mahlzeiten nicht vernachlässigen

Kapitel 10 aus ZEN YOUR LIFE von Shunmyo Masuno

Das kann ich! Ohne Übung! Essen und Trinken mit ganzem Herzen. Eine Selbstläuferinnenübung für mich. Bei meiner Teilnahme an Schweige-Retreats war es bei den ersten zwei Mahlzeiten schwierig auszuhalten, mit dem Salat alleine zu sein. Doch wundersamerweise änderte sich das schnell. Eine Tasse Tee wurde mir zur Freundin. Keramik. Wärme. Duft. Trinken. Schlucken. Spüren. Manchmal ist das im Alltag wieder zu finden. Mit einem wohligen Seufzer auf dem Sofa zu sitzen, alles ist getan und die Tasse Tee in der Hand wärmt und verspricht Einkehr.

Im ZEN geht es noch weiter. Diejenigen Menschen zu würdigen, die die Tasse hergestellt haben, die Hände, die den Tee geerntet haben. Hunderte Menschen waren tätig, so dass ich diesen Moment genießen kann. Ich bin nicht alleine mit meiner Tasse Tee. Mein Leben ist bereichert durch andere Leben. Wenn ich mal wieder zu schnell das Gemüse schäle, atme ich durch und murmele vor mich hin: „Das hast du, Kohlrabi, nicht verdient, dass ich so rastlos schnibbele.“  Das hilft mir sofort. Während der Mahlzeiten halte ich es mit der französischen Esskultur: es wird ausschließlich über das Essen, die Produkte und die Zubereitung gesprochen. Niemals über Probleme oder die Arbeit.

Wünsche allen LeserINNEN bei ihrer nächsten Mahlzeit einen achtsamen, guten Appetit.

2 Kommentare zu „10: Mahlzeiten nicht vernachlässigen

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