Pandemie: für Maria

Maria ist nicht mehr jung, sozial hoch aktiv und es gewöhnt, alles alleine hinzukriegen. Ihre Familie lebt in Ländern, die eine Ausgangs:Sperre verhängt haben.

Maria leidet seit Februar an einer hartnäckigen, kräftezehrenden Erkältung.

Telefonisch biete ich ihr an, Besorgungen zu machen. Am Tonfall ihrer Antwort spüre ich, dass sie zutiefst hofft, dieses Angebot nicht annehmen zu müssen.

Ich kann sie verstehen. Von maximaler Eigenständigkeit in eine Hilfsbedürftigkeit zu rutschen ist … nur doof!

„Drohe“ ihr, sie während der Pandemie jede Woche anzurufen. Was auch meine normale, respektvolle Distanz:Wahrung völlig über den Haufen wirft.

Mir ist, als würden wir wie eine Baumrinde unfreiwillig abgeschält. Ohne die schützende Rinde zählt die Substanz des Holzes. Manche müssen nun Hilfe annehmen. Andere müssen Hilfe anbieten. Die bisherige Währung der Individualisierung ist zu wechseln in die Währung „spring über deine Schatten und finde deine neue Rolle in einer Krisen:Zeit!“

5 Kommentare zu „Pandemie: für Maria

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