Haushalts:ZEN – Relikte

Dickbäuchige Bücher:Schinken über meine Herkunftsheimat ruhen im Bücherregal. Laienhaft geschrieben, schlecht bebildert und von mäßigem Interesse. „Gehöfte im Wandel der Zeiten“ und „Mittelalterliche Strukturen am Rhein“. Bisher habe ich diese Bücher hin+her geräumt, ohne das sie einen guten, stabilen Platz zugewiesen bekommen hätten.

Sie sind mehr Relikte als lebendige Erzählkunst. Dieses schöne Wort stammt aus dem lateinischen relictum im Sinne von: zurückgelegt, abgelegt, zurückgelassen.

Wieviele Relikte brauche ich, um mich mit der Herkunftsheimat verbunden zu fühlen, mit der Herkunftsfamilie? Und wann wird aus einem Relikt eine Reliquie? Reliquiae, aus dem lateinischen stammend bedeutet ebenfalls Zurückgelassenes, Überbleibsel. Genutzt wird dieses Wort im Zusammenhang von religiöser Verehrung. Auf dem Grad zwischen diesen besonderen Worten lagern meine Heimatkunde:Bücher.

Was will ich damit tun? Anbeten? Weggeben? Meine Sehnsucht nach einer frischen Lebendigkeit im alltäglichen Leben ist größer als kultische Verehrung einer untergegangenen Vergangenheit, die nur noch in meinen Erinnerungen weiterlebt. Ich gebe sie weg und weiter. Und gehe selber ebenfalls weiter, beseelt von/mit einem großen Strauß vitaler Erinnerungen, für die ich keine Bücher brauche.

4 Kommentare zu „Haushalts:ZEN – Relikte

  1. ja, aufräumen kann sehr befreiend sein – will ich diesen Gegenstand in meine Zukunft mitnehmen oder nicht, bringt er mir Freude/täglichen Nutzen oder nicht: das hat mir unheimlich viel geholfen Ballast loszuwerden!

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