vom telefonieren

vom telefonieren

Es scheint mir wie gestern, dass ich eine Lang:Telefoniererin gewesen bin. Mit Schulfreundinnen, mit dem Freund. Ohne Anlass, selten zum Abstimmen von irgendwas. In der Jugendzeit ist das Telefon ein heißbegehrter Zugang zur Welt. Während des Studiums ziehen sich 20 Meter verwickelte Telefonkabel durch die Wohnungen. Der Übergang zu ISDN entwickelt sich zur Geheimwissenschaft und die Telekom ist plötzlich ein Rad:Renn:Sponor. Heute klingelt das Telefon nur noch selten, es ist ein Alte:Leute:Apparat geworden. Dafür brummt und vibriert das Handy 24 Stunden lang. Telefonieren ist zu einer Art Dauer:Zustand geworden. Vom Zankapfel und Luxusobjekt hat es sich gewandelt zu einer Direktleitung mit sämlichen eingegebenen Kontakten. In jedem Augen:Blick können sämtliche mit mir verkontakteten Leben, gleichgültig welche Bedeutung sie haben, in mein Leben hineinklingeln. Sobald das Display sichtbar ist und die kleinen Zahlen an den Messanger:Diensten hängen, ist der Ein:Bruch in meine Sphäre bereits geschehen. Sie rufen mir zu: „Wichtig! Lesen! Ich warte!“ Als würde ich bei der Serie Star:Trek/Enterprise auf die technologische Spezies „die Borg“ treffen, die einen begrüßen mit: „Widerstand ist zwecklos! Sie werden assimiliert!“

9 Kommentare zu „vom telefonieren

  1. Ich telefoniere selten, weder mit Festnetz noch Handy. Aber am Handy bin ich viel, obwohl „Alte Leut“. Ich mag diese Storys in WhatsApp oder Instagram. Da kriegt man mit, was die Kontakte so machen und ich kann selbst ab und zu was erzählen. So habe ich einige liebe Menschen, die ich völlig aus den Augen verloren hatte, wieder „aktivieren“ können. Ich freu mich jedes Mal über die Blumenbilder der Einen oder den Spaziergangbildern der andern, manchmal kommentiert man und so ist man wieder beieinander, wo sonst die Zeit fehlen würde oder die räumliche Entfernung einen Strich durch die Rechnung macht. 🙂

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      1. Ach so, also nicht dein Eigentum. Auf so Ausstellungen kann man immer viel entdecken. Aber nicht alles darf man fotografieren, dass ist oft schade. Du jedoch hattest Glück, wie schön.
        Wünsche noch einen schönen Sonntagabend.
        Roswitha

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