Haushalts:ZEN 22 – der Hefezopf

Eine wahre Übung in Geduld ist es, einen guten Hefezopf zu backen. Die Übung erstreckt sich über den ganzen Tag.

10 Uhr – setze den Teig an, habe ein ausgezeichnetes Rezept dafür. In meiner Andacht bemerke ich nicht, dass der Mixer überlastet ist. Er verabschiedet sich von der Arbeit mit Funkenschlag und leichtem Brandgeruch. Der Hefezopf und ich sind allein. Möge der Geduldigere gewinnen.

13 Uhr – Zeit für´s Falten und Dehnen und Kneten. Um die Zwischenzeit zu überbrücken habe ich einen Kuchen gebacken, einen Braten gebraten, einen Artikel geschrieben, das Badezimmer geputzt.

14 Uhr – reicht der Teig für drei zu bildende Zöpfe? Bin unsicher. Teile ihn zu meiner Sicherheit in zwei Stücke, gibt´s eben einen Hefezopf ohne Zopf. Bestreiche beide Kuchen mit Milch.

15 Uhr – der Backofen wärmt sich auf, die Kuchen werden ein zweites Mal mit Milch bestrichen. Und erneut „gehen“ gelassen.

16 Uhr – voilà, alles fertig – siehe Foto. Ich bin völlig erledigt und kein bißchen entspannt. Meine Wunsch:Vorstellung von mir selber als entspannter Bäckerin ist lädiert. Ich bin verliebt in die Idee von einer duftenden Küche, einer zufriedenen Handwerkerin in Sachen Hefezöpfe, wohlschmeckenden, nicht schwarz gewordenen Kuchen. Hilflos grübele ich über die Knack:Punkte, an denen mir das Ideal entgleitet und es zu Stress wird. Noch bin ich nicht bereit, mich von der Idee selber zu lösen, werde weiter üben. Und mich bei dem Mixer entschuldigen.

Hier meine Fundstelle fürs Rezept:

https://www.weiberhaushalt.de/tag/hefezopf/

8 Kommentare zu „Haushalts:ZEN 22 – der Hefezopf

  1. Sieht doch gar nicht so schlecht aus der Hefestuten. Ja, Backen braucht viel Geduld. Ein Vorschlag: Nimm einfach nur 4 g Hefe und lass den Teig 2 Stunden anspringen und dann packe ihn über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen wieder ein Stunde anspringen lassen und weiter verarbeiten. Wer schläft, wartet nicht😊.
    Teige sind eine empfindliche Sache. Ich bin der festen Überzeugung meine reagieren auf mich. Blöder Tag, blöde Gedanken, blödes Brot. Ein guter Backpropzess ist wie ein gut Yogastunde …

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    1. Über Nacht im Kühlschrank hab ich auch schon probiert. Allerdings hat die Hefe trotzdem weiter gearbeitet und den ganzen Zucker im Teig verzehrt, d.h., es gab keinen süßen Kuchen sondern eher ein Brot. Hat auch gut geschmeckt, aber nicht so wie geplant. Aber beim Kochen und Backen muss man improvisieren können, in diesem Fall z.B. mit süßem Belag.

      Gefällt 2 Personen

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