ZEIT 7 – meine Dinge:Uhr

Zwei Mal im Jahr aktiviere ich meine Dinge:Uhr. Ich zähle nicht in Stunden oder Tagen, sondern mit Dingen. Vor jedem Urlaub kommt der Augenblick, an dem ich vor Ungeduld platzen könnte, manchmal Monate vor Urlaubsbeginn, manchmal nur zwei Wochen früher. Dieses Gefühl aktiviert die Dinge:Uhr. Jeden Tag lege ich EINE Sache für die Reise bereit. Unmerklich bis merklich füllt sich eine Ecke im Haus mit Wäsche, Reiseführern und Reise:Kram.

Spätenstens ab November meldet sich die adventlich-weihnachtliche Dinge:Uhr energisch zu Wort. Jeden Tag hänge ich im Treppenhaus eine rote Kugel auf, im Wohnzimmer einen Stern. Je voller alles wird, desto mehr jubiliert meine Seele, die Zeit vergeht sicht:bar in Richtung eines Höhe:Punktes im Jahreskreis.

Haushalts:ZEN 31 – mein Müsli

meine Sternen:Küche

Was man alles so frühstückt im Laufe des Lebens! Von mütterlicher Hand bestrichene Schulbrote zur vehementen Selbst:Kultur „Café+Kippe“ seien der beste Start in den Tag. Heutzutage reiht sich das Frühstücken in die Liste der Dinge ein, die mir „zuviel“ sind.

Nach langem „hin+her basteln“ bin ich zur Müsli:Esserin geworden. Dieses Müsli würde ich niemandem anbieten. Der Glaubens:Krieg um Körner und Flocken umtost die Tische. Mein Glücks:Rezept besteht aus einem Müsli mit MEINEN mir liebsten Zutaten, alles vermeintliche Gesunde, aber nicht Leckere konnte ich verbannen. Mein Tages:Müsli ist eine persönliche Angelegenheit.

Mit einem Pott Café und der Müslischale nehme ich auf meinem Lieblingssessel Platz, entzünde eine Kerze und schaue mir eine englische Serie im Orginal über Gartengestaltung an. Eine Drei:Viertel:Stunde steht meine Welt gemütlich still.

Wortfundstück – barm:herzig

„Nicht die Armseligkeit macht den Menschen selig, sondern die Barmherzigkeit. „

Bernhard von Clairvaux, Mystiker, Abt und Kirchenlehrer (um 1091 – 1153 )
zart & eng zugleich (Installation von Rebecca Horn)

Zur Tugend der Barmherzigkeit gehört auf der Ebene des Tuns: Hungrige zu speisen, Durstigen zu trinken zu geben, Fremde zu beherbergen, Nackte zu kleiden, Kranke zu pflegen, Gefangene zu besuchen und Tote zu bestatten. Seelisch-geistig zeigt sich gelebte Barmherzigkeit darin, Unwissende zu lehren, Zweifelnde zu beraten, Trauernde zu trösten, Beleidigern gerne zu verzeihen, Lästige geduldig zu ertragen und an die Lebenden und Verstorbenen zu denken. Papst Franziskus schlägt vor, den Kanon der Barmherzigkeit um die Sorge um die Schöpfung zu erweitern.

Ich schlage vor, für sich selber gut zu sorgen auch aufzunehmen. Nicht im egostischen Sinne, sondern als Akt der achtsamen Selbstfürsorge. Zu mir selber barm:herzig zu sein, mich meiner selbst zu erbarmen.

der Geist ist hungrig

Mein Gehirn langweilt sich schnell. Gibt es keine interessanten Sinnes:Eindrücke, z.B. auf einer allzu vertrauten Auto:Strecke oder in schlaflosen Nacht:Momenten, öffnet es verstaubte Kammern. Grad´aus Spaß an der Freud´! Grübel:Schub:Laden, Blut:Flecken der Erinnerungen, Koch:Rezepte, Konflikt:Endlos:Schleifen.

In seiner unruhigen Hungrigkeit nimmt es sich alles vor, nimmt sich alles raus. Mich, in den unteren Nicht:Gehirn:Regionen strengt das fürchterlich an, während im Kopf die Mäuse tanzen.

Ich überlege, wie ich der quengeligen, infantil anmutenden Seite meines Gehirns Ablenkung und Spaß vermitteln kann, damit es mich mal in Ruhe läßt. Gedichte rezitieren, Zahlen addieren, mich exakt an Urlaubstage erinnern, – altmodische Fleiß:Aufgaben können für Entspannung sorgen.

Es hilft mir, den Geist als immer hungig zu betrachten, auf der Suche nach verwertbarem Denk:Futter. Das nimmt dem Grübeln und der Schlaflosigkeit die Schärfe.

ZEIT 6 – Uhr:Zeit

stehende Küchen:Uhren.

Mein Haus ist gefüllt mit Uhren, deren Zeiger stehen. Eine tickende und blinkende Uhr zeigt mir nur das Nicht-Aufzuhaltende. Mein Mann füllt hingegen das Haus mit Funk:Uhren und Wetter:Stationen. Unser Haus ist SMART und Uhr:Zeitlos zugleich, im stillen, friedvollen Nebeneinander. Digitale Daten:Fülle wohnt neben ent:takteten Ziffernblättern. Wir sind zeitlos modern.

24x Adventskalender

https://diewirklichwichtigendingeblog.wordpress.com/2017/12/14/adventskalender-der-besonderen-art-ein-zwischenstand/

Es hat geklappt – finde 23 Menschen, die Lust haben, gemeinsam einen Adventskalender zu erstellen. Wie das geht, habe ich gefühlte 100x erklärt. Hier auf WordPress gibt es eine Bloggerin, die 2017 bei einem solchen Projekt mitgemacht hat, gerne in seiner Ausführlichkeit nachzulesen!

Meine Kurzfassung, wenn du Lust hast, einen 24-Menschen-Adventskalender auf die Beine zu stellen:

  1. Suche dir 23 Menschen, Nr. 24 bist su selber
  2. weise jedem Menschen eine Zahl der 24 Adventstage zu
  3. lege ein Preislimit pro Geschenk fest und einen Sammeltag Ende November und einen Ausgabetage Ende November
  4. jedeR bastelt, kauft, upcycelt 24 Mal ein identisches Produkt. Es ist nett zu verpacken und 24 Mal wird die zugewiesene Zahl draufgeklebt.
  5. wenn bei dir alle Geschenke bis zum Sammeltag angekommen sind, werden sie in entsprechend große Taschen/Schmuckbeutel verteilt. Es entstehen 24 identische Kalender!
  6. Beim Ausgabetag kriegen alle Beteiligten eine Adventskalendertasche.
  7. Frohen Advent!

Ideen: eine Süßigkeit, ein Gedicht, Blumensamen, Plätzchen, eine Serviette…

Es ist aufwendig zu organisieren, aber die Arbeit wird durch ein tiefes, fast seliges Vergnügen versüßt. Die Überraschung und Fest:Stimmung liegt darin, den Advent mit 23 Menschen zu teilen. zu wissen, dass diese Menschen z.B. alle am 11.12. eine rote Kerze auspacken. Es ist aufregend , kreativ und verbindend. Für mich ist es Weihnachten!

P.S. Dieses Jahr kann ich die Aktion leider nicht durchführen, aber ACHTUNG für Helga und Ingrid: ich bringe euch als kleinen Ersatz in den nächsten Tagen einen kleinen, selbstgemachten Kalender vorbei, den ihr wieder halbieren/teilen könnt.

Haushalts:ZEN 30 – das rote Kleid

das rote Kleid

Lese über eine Frau, die ein Jahr lang ein blaues Kleid trägt. Sie besitzt 3 identische Kleider, um mal wechseln zu können. Sie macht es sich leicht.

Es erinnert mich an endlose Sommer:Tage. Kleidung, neudeutsch Outfit, ist nicht wichtig. Der Weg an den Strand ist von Bedeutung. Die Tage zu verprassen ist von Bedeutung. In den Abendhimmel zu tanzen ist von Bedeutung.

Ich finde den Ansatz, die Kleiderfragen radikal zu vereinfachen von großem Reiz.

Not:Fall:Tasche

Freie Fahrt!

Schwangere, Kranke und die meisten sehr alten Menschen haben eine Klinik:Tasche gepackt und bereitgestellt, falls es mal schnell gehen muss.

Solch‘ eine Tasche könnte auch ganz anders gepackt sein. Meine Idee ist es, eine kleine Reisetasche zu packen. Kulturbeutel, ein gutes Buch, ein Handtuch, Wäsche zu wechseln, Ladekabel und eine Lesebrille. Diese Tasche steht entweder im Flur oder liegt im Auto. So kann ich JEDERZEIT losgehen. Brauche nicht lange zu überlegen. Schnapp mir die Tasche und los!