Von der Unsichtbarkeit

Im Laufe des Lebens

kann das tiefste ICH

verlustig gehen.

Eindimensionales Wand:Leben.

Gefällig übertüncht.

So lässt sich eine Weile leben.

Bis einem etwas ausgeht…

Atmung. Lebensfeuer. Beweglichkeit der Füße.

Hat man Glück

kommt die Idee ins Leben gepurzelt,

man könne mehr sein,

als eine gefällige Wand:Tapete.

Herauszutreten in eine leuchtende Dreidimensionalität.

Eine Wiese hinunter rollen.

Barfuß durch einen eiskalten Gebirgsbach waten.

Einen nützlichen Vormittag verschlafen.

Jenseits der Unsichtbarkeit vor Wand

wartet ein ALLES

von der Unsichtbarkeit

immer mal wieder

im Laufe des Lebens

kann einem das tiefste Ich

abhanden kommen.

Man ist Teil einer eindimensionalen Wand geworden

gefällig übertüncht.

So lässt sich eine Weile leben.

Bis einem etwas ausgeht,

die Atmung, das Lebensfeuer,

die Sehnsucht oder die Beweglichkeit der Füße.

Hat man Glück, kommt einem die Idee entgegen,

man könne mehr sein als eine gefällige Wandtapete.

Heraustreten

in eine leuchtende Dreidimensionalität.

eien Wiese hinunter zu purzeln,

barfuß durch einen eiskalten Gebirgsbach waten,

einen Vormittag verschlafen,

falsch singend durch ein Dorf zu ziehen.

Jenseits der Verschmelzung mit einer Wand

wartet ein ALLES.

ich ich ich

Könnte es helfen, das ICH zwar wichtig zu nehmen, es gleichzeitig nicht zur Zentrale des Seins zu machen? Im ICH sind die Gedanken, die Erinnerungen, die Tagespläne, die Narben und Lebensziele. Im ICH bin ich beschäftigt mit täglicher Schadensbegrenzung, alles ist ausgerichtet auf: „zu erledigen!“ „heute wichtig“, „wartet schon ewig!“, „unbedingt einkaufen“, „warum wird das nicht besser?“, „wenn ich…dann…“ usw.
Im weniger wichtigen „zwar-auch-ich“ könnte es doch so sein, dass ich aus dem Moment heraus handele. Es könnte doch so sein, dass ich sanften Impulsen folge. Es könnte doch so sein, dass ich tausend Mal in Ruhe (durch-)atme am Tag.

Ich habe mich zu entscheiden über das Verhältnis von ICH und dem „zwar auch ich, aber viel kleiner-ich“. Folge ich dem großen ICH kann ich nicht gesund werden. So einfach ist das. Und so schwer. Es ist eine Wahl zu treffen über mein weiteres Leben. Diese Wahl beginnt in diesem Augenblick. Und in jedem weiteren Augenblick.

vom kränken

Wie selten höre oder sage ich den Satz: “ das kränkt mich.“

Gekränkt zu sein ist eine altbackene Gefühlsbeschreibung

Heutzutage haben wir Konflikte, Krisen und Störungen.

Wir werden gedisst, gemobbt und gebosst.

Ist nicht eine Kränkung oft der Beginn einer schwärenden Wunde,

unbemerkt, langwierig und krankmachend?

Stattdessen haben wir “ Rücken“ oder “ Kreislauf“ und vieles andere.

Kränkungen sind im Leben nicht zu verhindern.

Die Frage lässt sich so formulieren:

„wie ist einer Kränkung die Macht zu nehmen?“

Ein paar Ideen dazu kann ich bergen:

  1. meine empfindlichen Seelen:Stellen identifizieren
  2. meine typischen Reaktionen protokollieren
  3. den gesamten Konflikt mal nüchtern betrachten
  4. das Körnchen Wahrheit aufspüren
  5. die erlebte Kränkung vor mir selber ernst nehmen
  6. mit Hilfe von anderen neue Lösungswege betreten

“ was unser Leben so erschwert, ist oft nichts anderes als die Leichtigkeit, mit der wir einander weh tun.“

Ernst Ferstl, Dichter aus Österreich