Haushalts:ZEN 23 – Sonnenbrillen

Ich glaube es selber nicht, über ein Dutzend Sonnenbrillen liegen einträchtig in der Schublade! Ein kunterbuntes Gemisch. Habe ich jemals eine Sonnenbrille weggeworfen? Das Dutzend setzt sich zusammen aus Funktionsbrillen (Wintersport, Radeln), getönte Lesebrillen in den Dioptrien 0,5; 1,0; 1,5), ehemals modischen Brillen aus den 80iger und 90iger Jahren, Quatschbrillen und liegen gelassene Brillen von Gästen. Groß, schmal, bunt, stylisch, bloß für meine See:Reise paßt nichts. Die Erinnerung an eine Allgäuwanderung: ziehe die coole Moskito:Brille an, die Wanderschilder rasen auf mich zu , – ups, das ist die getönte Lesebrille!

https://de.wikipedia.org/wiki/Hari_Kuy%C5%8D

Möchte jetzt stark und konsequent sein. Erweitere die Anwendung einer HARI-KUYO-Zeremonie auf Sonnenbrillen. Andächtig verabschiede ich mich von meinen, mir nicht mehr nützlichen Brillen. 2 Stück bleiben zurück. Wohl getan.

Abschieds:Wörter

Meine Liste der Wörter, von denen ich mich hier+heute verabschiede:

multi:passioniert & multi:tasking

Mehrfachaufgabenperformance

gleichzeitiges Verrichten mehrerer Tätigkeiten

continuous partial attention / ununterbrochen teilweise Aufmerksamkeit

Fand mich mal gut in der vermeintlichen Ausübung dieser Wörter. Das sehe ich heute anders. Es tut mir garnicht wohl. Es erhöht die Fehlerquote, es drückt den Stress:Pegel durch die Decke, die Ergebnisdichte wird nicht besser. Falscher Stolz. Adieu ihr Wörter!

Haushalts:ZEN 22 – der Hefezopf

Eine wahre Übung in Geduld ist es, einen guten Hefezopf zu backen. Die Übung erstreckt sich über den ganzen Tag.

10 Uhr – setze den Teig an, habe ein ausgezeichnetes Rezept dafür. In meiner Andacht bemerke ich nicht, dass der Mixer überlastet ist. Er verabschiedet sich von der Arbeit mit Funkenschlag und leichtem Brandgeruch. Der Hefezopf und ich sind allein. Möge der Geduldigere gewinnen.

13 Uhr – Zeit für´s Falten und Dehnen und Kneten. Um die Zwischenzeit zu überbrücken habe ich einen Kuchen gebacken, einen Braten gebraten, einen Artikel geschrieben, das Badezimmer geputzt.

14 Uhr – reicht der Teig für drei zu bildende Zöpfe? Bin unsicher. Teile ihn zu meiner Sicherheit in zwei Stücke, gibt´s eben einen Hefezopf ohne Zopf. Bestreiche beide Kuchen mit Milch.

15 Uhr – der Backofen wärmt sich auf, die Kuchen werden ein zweites Mal mit Milch bestrichen. Und erneut „gehen“ gelassen.

16 Uhr – voilà, alles fertig – siehe Foto. Ich bin völlig erledigt und kein bißchen entspannt. Meine Wunsch:Vorstellung von mir selber als entspannter Bäckerin ist lädiert. Ich bin verliebt in die Idee von einer duftenden Küche, einer zufriedenen Handwerkerin in Sachen Hefezöpfe, wohlschmeckenden, nicht schwarz gewordenen Kuchen. Hilflos grübele ich über die Knack:Punkte, an denen mir das Ideal entgleitet und es zu Stress wird. Noch bin ich nicht bereit, mich von der Idee selber zu lösen, werde weiter üben. Und mich bei dem Mixer entschuldigen.

Hier meine Fundstelle fürs Rezept:

https://www.weiberhaushalt.de/tag/hefezopf/

Haushalts:ZEN 21- Meditationsbank

Meine Meditationsbank dient als Türstopper! !

Zum Glück praktiziere ich mein Haushalts:ZEN. Meditation im alltäglichen Handeln ist ein einzigartiger und mehr als praktischer Weg, das Leben zu spüren und mit allem verbunden zu sein.

Halte es mit dem Satz, der Meister Eihei Dogen zugeschrieben wird: “ Der den Weg suchende Geist widmet sich mit hochgekrempelten Armen der Arbeit.“ Selten habe ich eine bessere Ausrede für fehlende Sitz:Meditations:Praxis!

Haushalts:ZEN 20 – nie fertig!?

Haushalt ist stets im Übergang begriffen!
Haushalt ist stets im Übergang begriffen

Entspannung darf beginnen, wenn die Spülmaschine läuft, wenn die Wäsche verräumt ist und der Tisch abgewischt. Die Entspannung wohnt zwischen „danach“ und „davor“ auf einem dünnen Ast.

Haushalts:Zen hört die Geräusche des Staubsaugers mit feinem Ohr. Haushalts:ZEN folgt der Bewegung des Wischlappens mit feinem Auge. Haushalts:ZEN riecht die Frische des poliertes Tisches mit feiner Nase. Haushalts:ZEN schmiegt sich in die frisch gewaschene Bettwäsche mit feiner Haut.

Mit tiefer Gelassenheit überblicke ich die Felder aus Ordnung, Unordnung und Übergängen. Sie sind. Ich bin. So sei es.

Haushalts:ZEN 19 – Fette und Öle

Öl:Wahl

Margarine unter der Woche, gute Butter am Sonntag, Sonnenblumenöl für Salate und ein Kokosfett zum Braten, die Fett:Öl:Welt meiner Kindheit/Jugend. Olivenöl wurde später zu einer Selbstverständlichkeit meiner eigenen Küche. Sich widersprechende Forschungsergebnisse jagten mal das Öl, mal die Butter oder die Margarine durchs Dorf. Lobgesänge und Untergangsszenarien. Aktuell ist Fett mal wieder gut! Ölmühlen sind zu Museen geworden, in Landzeitschriften wird im Weichzeichner die Geschichte einer tapferen Familie erzählt, die eine Mühle am Leben erhält. Dank des Internets gibt es Zugang zu wertvollen Öl:Quellen. Mehr Fragen als Sicherheiten: Skandale um gepantschtes Ölivenöl, ist Palmöl überhaupt nachhaltig, warum sind nicht alle Öle in schützenden dunklen Flaschen? Die Vielfältigkeit und die Verfügbarkeit von Ölen und Fetten führt nicht zu einem zufriedenen Gefühl, alles sei wohl getan und richtig eingekauft.

Mein Haushalts:ZEN kapituliert vor dem ÖL:Fett:Regal. Habe zwar eine gute Bio:Öl:Mühle gefunden, die ist aber nicht regional! Hoppla, schon wieder ein neues Öl am Werbehimmel, Arganöl, Avocadoöl, Hanföl! Brauche ich das? Ist das vielleicht gesünder? Es kommt der Augenblick für einen annehmbaren, schwer ausgehandelten Kompromiss, in der Hoffnung, dass er mich eine gute Weile trägt. Eine Mischung aus geschmacklichen Vorlieben und einem verträglichen bio/regional/fair- Aspekt. Ist das anstrengend!!